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APA-Artikel 25. November 2013

Grüne Wien/Wurzer zu 16 Tage gegen Gewalt an Frauen: Frei leben von Gewalt als Ziel - es muss noch viel getan werden

"Frei leben von Gewalt muss das Ziel sein und dafür müssen wir noch viel tun", erklärt Martina Wurzer, Frauensprecherin der Grünen Wien, anlässlich der heute beginnenden Aktionstage "16 Tage gegen Gewalt an Frauen". Jede fünfte Frau erfährt Gewalt. Die Zahl ist erschreckend und wird nicht weniger. Gewalt hat viele Formen und Gesichter. "Gewalt wird immer noch tabuisiert, was Betroffenenen das Sprechen über ihre Erfahrungen erschwert oder verunmöglicht, beispielsweise bei sexueller, häuslicher oder psychischer Gewalt. Betroffene von Gewalt und Gewalttäter finden sich in allen Schichten und Altersgruppen. Es braucht noch viel Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit", so Wurzer.

"Wir hissen die Fahne mit dem Spruch "Frei leben von Gewalt" vor dem Wiener Rathaus und vielen anderen offiziellen Gebäuden in Wien um zu zeigen, dass Gewalt gegen Frauen in Wien keinen Platz hat. Gewalt ist eine Menschenrechtsverletzung. Es ist gesellschaftliche Verantwortung und Pflicht dafür zu sorgen, dass Frauen und Mädchen vor Gewalt geschützt werden und Betroffenen von Gewalt adäquat, rasch, professionell und kostenlos Hilfe geboten wird."

Gewaltprävention und Opferschutz sind wesentliche Teile des Wiener Gewaltschutznetzes. Die Stadt Wien finanziert vier Frauenhäuser und subventioniert zahlreiche Frauen- und Mädchen-beratungsstellen sowie Projekte, die ein selbstbestimmtes, gewaltfreies Leben von Frauen ermöglichen sollen. Der 24 Stunden-Frauennotruf sowie Anlaufstellen werden immer wieder durch Anti-Gewalt-Kampagnen der Öffentlichkeit ins Bewusstsein gerufen.

Ein wichtiges Thema im Opferschutz ist auch die Täterarbeit. Wurzer: "Täterarbeit ist Opferschutz. Wir müssen mehr daran setzen, dass gewalttätige Männer keine weitere Gewalt ausüben. Die professionelle Arbeit mit Gewalttätern muss im Sinne des Opferschutzes stärker unterstützt und finanziert werden."

Als weiteres Handlungsfeld nennt Wurzer die Etablierung von Ausbildungsprogrammen für Angehörige der Justiz und im Gesundheits- und Pflegebereich, um geschlechtsspezifische Gewalt zu thematisieren und den Schutz von weiblichen Gewaltopfern zu verbessern. "Diesem Personenkreis kommt eine zentrale Rolle im Erkennen und Ansprechen von Gewalt zu. Dazu braucht es ein spezifisches Wissen, das in die Organisationen hineingetragen und optimaler Weise auch strukturell verankert wird. Von der zukünftigen Bundesregierung erwartet Wurzer, dass sie eine ausreichende Finanzierung aller Frauen- und Mädchenberatungstellen sicherstellt. Eine gesetzlich garantierte Basisfinanzierung würde zeigen, dass es der Regierung mit Frauenpolitik, Opferschutz und Gewaltprävention ernst ist. Außerdem soll die neue Regierung einen nationalen Aktions- und Umsetzungsplan zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen vorlegen. Am besten wäre zudem ein eigenständiges, gut mit Ressourcen ausgestattetes Frauenministerium.

apa.at

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