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APA-Artikel 25. November 2013

Nicht erbrachte Leistungen verrechnet - Prozess gegen Wiener Arzt 1

Der Prozess gegen einen Wiener Arzt wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs ist am Montag am Straflandesgericht fortgesetzt worden. Zahlreiche Zeugen, allesamt ehemalige Patienten des Mediziners, wurden dazu einvernommen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 68-Jährigen vor, dass er der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) Rechnungen für Leistungen erstellt haben soll, die er nicht erbracht hat.

Der Schaden beträgt laut Staatsanwaltschaft mehr als 700.000 Euro. Der Angeklagte hatte sich bereits am ersten Verhandlungstag im Oktober teilweise schuldig bekannt. Es seien "Malversationen passiert", jedoch bei weitem nicht in dieser Höhe. Bei Hunderten Patienten soll der Mediziner über deren E-Cards Behandlungen vorgegeben haben, die - zumindest laut Überprüfungen der Behörden - niemals stattgefunden haben dürften.

Wirklich weitergebracht dürften die Aussagen der Zeugen den Schöffensenat unter Vorsitz von Richter Harald Craigher vorerst aber nicht haben. Die meisten Patienten konnten nur vage Angaben über Anzahl der Behandlungen bzw. Behandlungsgespräche machen, die bereits vor einigen Jahren stattgefunden hatten. Einige beteuerten auch, sie seien damals aufgrund einer Drogen-Substitutionstherapie "ziemlich verwirrt" gewesen. Klare Erinnerungen hatte lediglich ein Zeuge, der von exakt drei Behandlungsgesprächen mit seinem Hausarzt sprach - laut WGKK hatte der 68-Jährige aber 103 Gespräche abgerechnet.

Der Arzt war vor knapp eineinhalb Jahren den Behörden aufgefallen. Es wurde bekannt, dass er die Drogen-Szene mit Substitutionsmedikamenten versorgt haben dürfte, indem er Rezepte für psychotrope Stoffe an Nichtberechtigte weitergab. Im Zuge der umfangreichen Ermittlungen kamen dann auch die Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung mit der WGKK zutage.

apa.at

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