zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 19. November 2013

Finanzierung der Hebammen-Beratung im Mutter-Kind-Pass ab 1. November gescheitert

"Seit Monaten drängen wir auf Gespräche mit dem Hauptverband, um den Tarif für die Hebammen-Beratung im Mutter-Kind-Pass festzulegen. Am 29. Oktober hat der erste Verhandlungstermin dazu stattgefunden, leider sehr knapp vor dem geplanten Start der Beratung am 1. November, und der Vorschlag des Hauptverbands ist für uns Hebammen leider nicht akzeptabel", zeigt sich Gerlinde Feichtlbauer, Vizepräsidentin des Österreichischen Hebammengremiums enttäuscht, "Es wird weitere Verhandlungen geben, und wir hoffen, dass diese bald stattfinden, und wir zu einer guten Einigung kommen."

Das Hebammengremium hat seine Mitglieder, alle in Österreich arbeitenden rund 2.000 Hebammen, darauf aufmerksam gemacht, dass es zum Tarif keine Einigung mit den Sozialversicherungen gibt. Die Hebammen informieren die Schwangeren nun, dass eventuell nicht das ganze Honorar der Beratung wie vorgesehen ab 1. November von der Krankenkasse übernommen wird und stoßen dabei auf große Enttäuschung bei den betroffenen Frauen.

Feichtlbauer weiter: "Die Hebammenberatung ist ja, wenn sie für die Frauen Sinn machen soll, kein 20-minütiger Check-Up, sondern eine umfassende Beratung über den physiologischen Ablauf von Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach, ebenso über gesunde Ernährung, Bewegung, Sport, zur Frage, wie und wo die Frau gebären wird, welche Möglichkeiten der Geburtsvorbereitung sinnvoll sind, Aufklärung von erforderlichen Unterstützungsmöglichkeiten und vieles mehr. Außerdem geht es darum, für die Anliegen und Sorgen der Frau ein offenes Ohr zu haben, und sie in ihrem Selbstvertrauen zu stärken."

Das Hebammengremium geht jedenfalls von einer einstündigen Beratung aus und sieht einen Tarif von 50 Euro als angemessen an. Davon war auch die Einigung zwischen Gesundheitsminister Alois Stöger und Familienminister Reinhold Mitterlehner ausgegangen, die ein Budget von zwei Millionen Euro für prognostizierte 40.000 Beratungen im Jahr vorsieht. "Damit können wir leben, mit dem Ordinationstarif in Höhe von 25,50 Euro, den der Hauptverband für die Hebammenberatung vorschlägt, jedoch nicht", betont Feichtlbauer.

Wie geht es nun weiter? Das Hebammengremium rät seinen Mitgliedern, all jene Frauen, die ab 1. November die Hebammen-Beratung laut Mutter-Kind-Pass in Anspruch nehmen wollen, darauf hinzuweisen, dass noch keine Einigung über die Vergütung mit den Sozialversicherungsträgern besteht. Die Schwangeren müssen sich darauf einstellen, zumindest einen Teil des Honorars aus eigener Tasche zu bezahlen. Mit einer vollständigen Übernahme der Kosten durch die Sozialversicherung müssen sie sich leider weiterhin in Geduld üben. Die jahrelange Forderung nach einer Hebammen-Beratung im Mutter-Kind-Pass ging nicht nur von den Hebammen selbst aus, sondern auch von vielen Frauen, die sich verstärkte Hebammen-Betreuung in der Schwangerschaft wünschen. Dementsprechend groß war die Freude über den Mutter-Kind-Pass-Vorstoß der beiden Minister Stöger und Mitterlehner. Nun heißt es wieder warten, bis auch die Sozialversicherungen nachziehen.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben