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APA-Artikel 15. November 2013

D: Bund nimmt sich der Qualität in Spitälern an

Der Bund will bei der Qualitätssicherung in Spitälern das Heft in die Hand nehmen. Das Departement von Bundesrat Alain Berset prüft derzeit, wie dies umgesetzt werden kann. Die Rede ist etwa von einem Qualitätsinstitut; die Organisationsform steht jedoch noch nicht fest.

Derzeit werde beim Innendepartement geprüft, wie diese Qualitätssicherung aussehen könnte, erklärte Sprecher Peter Lauener und bestätigte einen Artikel von "Bund" und "Tages-Anzeiger" vom Donnerstag. Die Organisationsform werde erst danach diskutiert.

Eine Idee ist ein Bundesinstitut für Qualitätssicherung. "Wir wollen sicher keine Bürokratie aufbauen, sondern schlanke Strukturen haben und nur das Nötigste erfassen", erklärte Lauener. Im ersten Quartal 2014 soll dem Gesamtbundesrat ein Gesetzesvorschlag für die Qualitätssicherung unterbreitet werden.

Das Projekt basiert auf der Gesamtschau des Bundesrates "Gesundheit2020", die vier Handlungsfelder in der Gesundheitspolitik aufzeigt und darin zwölf Ziele und 36 Massnahmen definiert. Der Bericht kritisiert unter anderem, dass die "Qualität der Gesundheitsversorgung in der Schweiz weder systematisch erfasst noch einheitlich gemessen" wird. Wichtige Daten würden nicht erhoben oder seien den Behörden nicht zugänglich.

Mit seiner Idee rennt Gesundheitsminister Alain Berset zum Teil offene Türen ein. Der Nationale Verein für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ) wünscht sich Rahmenbedingungen, welche ihm erlauben, benötigte Daten einfacher zu erhalten.

Zur Offenheit kommt aber Kritik hinzu: Der Bund habe den ANQ lange nicht als nationale Organisation in Betracht gezogen, erklärt Petra Busch, Geschäftsleiterin des ANQ. Der Verein koordiniert heute schweizweit die Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken - insbesondere die Datenerhebung für die Qualitätsmessung. Finanziert wird seine Arbeit von den Kantonen, dem Spitalverband H+, santésuisse und diverse Sozialversicherungen.

Der ANQ und seine Mitglieder haben über Jahre hinweg Aufbauarbeit geleistet und einen nationalen Messplan erarbeitet, der breit abgestützt und international anerkannt sei. Alle Spitäler müssen nun in bestimmten Bereichen ihre Qualität messen. Im kommenden Jahr sollen erstmals die Wundinfektionen, die nach einer Operation auftauchen, nach Spitälern aufgelistet veröffentlicht werden.

Daher ist es aus Sicht des ANQ nicht notwendig, eine Parallelstruktur auf Bundesebene aufzubauen. Hinzu kommt, dass mit der Stiftung für Patientenschutz und Swissnoso zwei weitere Organisationen in diesem Bereich operativ tätig sind.

Viel mehr erhofft der ANQ sich vom Bund "ein Institut, das auf nationaler Ebene Hintergrundarbeit leistet, eine nationale Strategie für die Qualitätssicherung ausarbeitet, einen gesetzlichen Rahmen entwickelt sowie Bestehendes und Erprobtes unterstützt", erklärt Busch. Ansonsten sei ein Mehrwert für die Qualitätssicherung in Spitälern nicht erkennbar. Zudem fehle es derzeit vor allem an Ressourcen - auch finanziellen.

apa.at

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