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APA-Artikel 15. November 2013

Salon A - Herausforderungen durch Arzneimittelengpässe und Lieferschwierigkeiten

Gesundheitsreform im Fluss

Am 13. November luden die Vertreter der Gesellschaft der österreichischen Apotheker erneut zum interdisziplinären Meinungsaustausch in die Servitengasse, um die Themen Arzneimittelengpässe und Lieferschwierigkeiten zu diskutieren. Im Detail wurde mit Vertretern des österreichischen Großhandels erörtert, wie die Versorgung der österreichischen Bevölkerung auf gewohnt hohem Niveau erhalten werden kann. Zudem diskutierte Dr. Josef Pühringer, Landeshauptmann von Oberösterreich, mit den anwesenden Experten über den Status Quo der Gesundheitsreform auf Bundes- und Landesebene.

Der Arzneimittelgroßhandel verfolgt das Ziel, dass die richtigen Arzneimittel jederzeit am richtigen Ort zur Verfügung stehen. Damit wird eine sichere, ununterbrochene Versorgung mit Arzneimitteln zwischen der pharmazeutischen Industrie und den Abgabestellen und somit den Patienten gewährleistet. Probleme treten dennoch auf: Durch Arzneimittelengpässe und Lieferschwierigkeiten kommt es zu neuen Herausforderungen am österreichischen Markt. Gründe dafür sind Veränderungen in der globalen Strategie der Arzneimittelproduktion und Distribution. Der Salon A, die Vertreter der Gesellschaft der österreichischen Apotheker, fordert mehr Transparenz im System, die Verbesserung des Informationsflusses und eine fairere Lieferlogistik.

Arzneimittelengpässe führen zu einem massiven Versorgungsproblem

Arzneimittelengpässe und Lieferschwierigkeiten können zu massiven Problemen führen. Ein wesentlicher Schritt, nämlich die Schaffung eines verbesserten Informationstools für Apotheker, um die Lieferbarkeit von Präparaten abfragen zu können, ist bereits in Umsetzung. Diese Maßnahme, eine Initiative von Herstellern, Großhandel und Apothekern, ist einerseits wichtig, um Ärzte und Patienten mit fundierter Information zu versorgen und dem apothekerlichen Versorgungsauftrag entsprechend nachkommen zu können. Allerdings liegt das größte Problem bei Arzneimitteln, bei welchen keine alternativen Produktgruppen und keine Möglichkeit einer magistralen Herstellung zur Verfügung stehen. "Für ein gut funktionierendes Versorgungssystem muss zweifellos mehr Transparenz geschaffen werden. Hersteller, Großhändler und Apotheken müssen bei nicht ersetzbaren Arzneimitteln die Ströme offen legen. Wir schlagen vor, dass speziell diese Produktgruppen sorgsam gelistet und mit besonderem Augenmerk im Sinne der Patienten verfolgt werden", so "Salon A"-Obfrau Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr.

Unterschiedliche Auflagen in der Lieferlogistik

Vor dem Hintergrund des letzten Salon A, in dem Transparenz als wichtiges Instrument in der Versorgung manifestiert wurde, stellten sich die Apotheker die Frage, welchen Auflagen die Lieferlogistik bei Arzneimitteln unterliege. Dr. Andreas Windischbauer von der Arge Pharmazeutika erläuterte, dass die Distributionskette auf höchste Qualität achte, während alle anderen Vertriebsmöglichkeiten wie zum Beispiel der Versandhandel keinen Auflagen unterliegen.

Problem der Reduktion von Arzneimittellagern in Österreich

Apotheker und Großhandel unternehmen enorme Anstrengungen, die Distribution möglichst effizient zu gestalten. Der Salon A, die Gesellschaft der österreichischen Apotheker, fordert, die Anzahl der Depots für erstattungspflichtige Arzneimittel in Österreich zu erhöhen. Derzeit gibt es in Österreich zu wenige Arzneimittellager von Herstellern, sodass sich die Distributionsdauer verlängert. Für ein kleines Land, dessen Bedeutung als Pharmamarkt im Vergleich mit anderen europäischen Ländern nicht so groß ist und der niedrigere Arzneimittelpreise hat, sind dies enorme Wettbewerbsnachteile. Es wäre anzustreben, dass Kassenleistungen mit einer adäquaten Depotbestellung einhergehen.

Unterzeichnung des Landes-Zielsteuerungsvertrags in Oberösterreich gelungen

Neben Vertretern der Apothekerschaft, dem Großhandel und der pharmazeutischen Industrie begrüßte Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, Dr. Josef Pühringer, Landeshauptmann von Oberösterreich und einer der sechs Chefverhandler bei der Gesundheitsreform, in der Servitengasse. Er berichtete über die Unterzeichnung des Landes-Zielsteuerungsvertrags. Das Land und die Krankenversicherungsträger haben sich darauf geeinigt, dass die Gesundheitsversorgung der oberösterreichischen Bevölkerung in Zukunft über ein so genanntes Zielsteuerungssystem gemeinsam und partnerschaftlich gesteuert wird. "Mit dem partnerschaftlichen Zielsteuerungssystem wird Neuland betreten. Es ist ein Signal, das weit über die Gesundheitspolitik hinaus geht und zeigt, dass die Zusammenarbeit mit Systempartnern an erster Stelle steht und Einzelinteressen der Vergangenheit angehören", so Dr. Pühringer. Der Gesundheitsförderung und Prävention kommt eine Schlüsselrolle zu: Über den neu geschaffenen Gesundheitsförderungsfonds, werden für gemeinsame Präventionsprogramme in Oberösterreich rund 2,1 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung stehen.

Neben Vertretern aus dem Großhandel und der Apothekerschaft, begrüßte Mag. pharm. Dr. Ulrike Mursch-Edlmayr, Dr. Josef Pühringer (Landeshauptmann von Oberösterreich), Claudia Durchschlag (Abgeordnete zum Nationalrat), KR Mag. Julian Hadschieff (PremiquaMed GmbH), Dr. Andreas Karlsböck (Abgeordneter zum Nationalrat), Prof. Mag. Heinz Krammer (Arge Pharmazeutika), Univ.-Prof. Dr. Manfred Maier (Medizinische Universität Wien), Dr. Ernest Pichlbauer (Unabhängiger Gesundheitsökonom), Univ.-Prof. Dr. Erich Pohanka (Österreichische Gesellschaft für Nephrologie), Dr. Harald Steindl (WKÖ), Dr. Andreas Windischbauer (Arge Pharmazeutika).

 

 

 

apa.at

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