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APA-Artikel 13. November 2013

Beckenbodenzentrum Ried: Re-Zertifizierung erfolgreich geschafft

Im Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern Ried, einem Unternehmen der Vinzenz Gruppe, arbeiten verschiedene Fachdisziplinen für die Hilfe von Betroffenen erfolgreich zusammen. Bei der Rezertifizierung wurde von der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreichs (MKÖ) die hohe Qualität bestätigt. Am 19. Oktober 2013 konnte das Team das Zertifikat im Rahmen der MKÖ-Jahrestagung entgegen nehmen. Damit befindet sich das Beckenbodenzentrum Ried in bester Gesellschaft und ist nun, neben der Universitätsklinik Innsbruck, eines von zwei erfolgreich rezertifizierten Beckenbodenzentren Österreichs.

Der unfreiwillige Harn- oder Stuhlverlust sowie Organsenkungen sind Tabuthemen in unserer Gesellschaft. Gerade deshalb ist es wichtig, dass den Betroffenen kompetente Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Bei jeder vierten Frau und jedem zehnten Mann kommt es zu Kontinenzproblemen. Aus falscher Scham sprechen Betroffene oft nicht mit ihrem Haus- oder Facharzt über dieses Problem. Durch gezielte Abklärung und Therapie bestehen jedoch beste Aussichten auf Erfolg.

Seit mehr als zehn Jahren arbeiten im Barmherzigen Schwestern Krankenhaus Ried bei Beckenbodenfunktionsstörungen die Fachabteilungen für Gynäkologie, Chirurgie und Urologie intensiv zusammen. Als zentrale Drehscheibe wurde bereits 1999 die Ambulanz für Kontinenz- und Stomaberatung gegründet. Die Abteilung für Physikalische Medizin unterstützt zusätzlich die genannten Bereiche mit rehabilitativer konservativer Behandlung. Als weitere assoziierte Abteilungen betätigen sich die Abteilung für Neurologie und das Institut für Radiologie.

Der große Vorteil für die Betroffenen besteht darin, dass sie eine zentrale Anlaufstelle für Abklärung und Therapie vorfinden. Die Arbeitsweise des Beckenboden-Teams ist so strukturiert, dass die einzelnen Kooperationspartner bei fachübergreifender Problemstellung einander gegenseitig konsultieren. In regelmäßigen Teambesprechungen werden Therapiestrategien für Betroffene mit komplexen Beschwerdebildern entworfen. Überdies veranstaltet das Beckenbodenzentrum jährlich Informationstage für Interessierte bzw. Betroffene und Fortbildungen für Fachpersonen.

Zertifikat von der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreichs Die Medizinische Kontinenzgesellschaft Österreichs (MKÖ) ist eine große interdisziplinäre wissenschaftlich orientierte Vereinigung. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Prävention, Diagnostik, Behandlung und Versorgung der Harn- und Stuhlinkontinenz zu fördern. Die MKÖ engagiert sich neben der Wissenschaft auch in der Fort- und Weiterbildung der Ärztinnen und Ärzte, Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sowie der Pflegefachkräfte. Im Jahr 2010 wurde das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Ried erstmals von der MKÖ geprüft und zertifiziert. Nach Ablauf der Gültigkeitsdauer von drei Jahren erfolgte nun eine erneute Überprüfung. Mit der Re-Zertifizierung durch die MKÖ wurde die qualitativ hochwertige Arbeit des Beckenbodenzentrums Ried abermals ausgezeichnet.

Der Leiter des Beckenbodenzentrums, OA Dr. Johannes Angleitner-Flotzinger berichtet von den Vorbereitungen: "Für die Re-Zertifizierung mussten wir verschiedene Kennzahlen und Fakten nachweisen: so werden zum Beispiel in unserem Beckenbodenzentrum pro Jahr über 2.000 Patienteninnen und Patienten behandelt. Dabei wird in der Diagnostik ein hoher Aufwand betrieben. Jährlich werden über 200 Spezialuntersuchungen (z. B. Urodynamik) durchgeführt. Außerdem besteht ein großes Angebot von konservativen Behandlungsmöglichkeiten wie Beckenbodentraining, Biofeedback, Elektrostimulation, Galileotherapie und vieles mehr. Insgesamt erfolgen pro Jahr mehr als 500 operative Eingriffe, die Kontinenz- oder Senkungsprobleme betreffen."

Die hohe Qualität des Beckenbodenzentrums wird neben der sorgfältigen interdisziplinären Arbeit durch die regelmäßige fachliche Fort- und Weiterbildung gewährleistet. "Das wichtigste Ziel des Beckenboden-Teams ist die individuelle Behandlung unserer Patientinnen und Patienten. Der bisherige Erfolg ermutigt uns, weiterhin Anlaufstelle für Betroffene zu sein, die sich hier angenommen fühlen sollen", bekräftigt der Leiter OA Dr. Angleitner-Flotzinger von der Abteilung für Gynäkologie.

www.bhs-ried.at/beckenbodenzentrum

 

 

apa.at

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