zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 7. November 2013

Streit in der Ärztekammer um Ambulanzgebühr

Innerhalb der Ärztekammer ist ein Streit um die Wiedereinführung der schon vor einigen Jahren abgeschafften Ambulanzgebühr ausgebrochen. Der Vizepräsident der Wiener Kammer, Hermann Leitner, lehnte am Donnerstag die vom Vizepräsidenten der Bundeskammer, Harald Mayer, erhobene Forderung ab.

Es sei nicht Aufgabe der Ärzteschaft, darüber zu befinden, ob Patienten bei einem Ambulanzbesuch Geld abgenommen werden solle oder nicht, sagte Leitner in einer Aussendung. Er verwies auf Beschlüsse in den Ärztekammern von Wien, Niederösterreich und Kärnten sowie auch in der Bundeskurie der angestellten Ärzte gegen eine Ambulanzgebühr. "Ob von den Patienten wieder eine Gebühr bei einem Ambulanzbesuch verlangt wird, ist einzig und alleine eine Entscheidung der politischen Verantwortlichen", so Leitner. Er fordert andere Lösung zur Entlastung der Ambulanzen, etwa ein besseres Angebot im niedergelassenen Bereich mit zusätzlichen Kassenstellen.

Der Obmann der angestellten Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer, Harald Mayer, hatte am Mittwoch in einer Pressekonferenz die Wiedereinführung der Ambulanzgebühr als eine Möglichkeit genannt, um den Zugang zu den überlaufenen Spitalsambulanzen zu limitieren. Wenn es etwas Gescheiteres gebe, wäre es ihm zwar lieber. Bisher habe aber niemand einen besseren Vorschlag gemacht, hatte Mayer gemeint.

Auf Ablehnung stießen diese Überlegungen auch bei der Grünen Gesundheitssprecherin Eva Mückstein. Auch sie forderte so wie Leitner stattdessen einen Ausbau des niedergelassenen Bereichs mit mehr Gruppenpraxen, neuen Formen der Zusammenarbeit zwischen Ärzten und anderen Gesundheitsberufen sowie längeren Öffnungszeiten der Ordinationen am Tagesrand und am Wochenende.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben