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APA-Artikel 7. November 2013

ÖAMTC/ÄKVÖ-Symposium: 30 Jahre Notfallmedizin aus der Luft

Aus medizinischer Sicht herrschte beim gestern in Wien von ÖAMTC und ÄKVÖ (Ärztliche Kraftfahrvereinigung Österreichs) veranstalteten Symposium, "30 Jahre Notfallmedizin aus der Luft", Einigkeit: Die Weichen für eine erfolgreiche Behandlung nach einer schweren Erkrankung oder einem schweren Unfall werden nicht erst in einer Klinik, sondern bereits am Unfallort gestellt. Einmal mehr war jedoch festzustellen, dass es gerade in Punkto Finanzierung nach wie vor unterschiedliche Auffassungen darüber gibt, wer, was und vor allem wie viel beizutragen hat.

Für Markus Trauner, Jurist der Niederösterreichischen Gebietskrankenkasse, ist die Sache völlig klar: "Aus den Kompetenzbestimmungen folgt, dass die Länder für das überregionale Rettungswesen verantwortlich sind und somit auch die Hauptlast der Finanzierung zu tragen haben." Die Sozialversicherungsträger seien lediglich dazu verpflichtet, einen Kostenersatz für den Transport zu leisten. "Dennoch zählen die Krankenkassen zu einem der größten Zahler im Gesamtsystem", führt Trauner aus.

Optimierungsbedarf seitens der Krankenkassen ortet jedoch Reinhard Kraxner, Geschäftsführer der ÖAMTC-Flugrettung. "Erwiesenermaßen reduzieren Flugrettungseinsätze die Verweildauer auf Intensivstationen oder in Reha-Einrichtungen erheblich. Eine Tatsache, die den Krankenkassen Kosten spart. Anstatt dem aber Rechnung zu tragen, wurden die Pauschaltarife der Kassen in den vergangenen sieben Jahren nicht einmal Index-angepasst." Zudem sei die gängige Abrechnungspraxis nicht nur verwaltungsaufwändig, sondern durch die ex-post Beurteilung - über die Übernahme der Einsatzkosten wird erst im Nachhinein entschieden - auch unfair.

Abgesehen von der Finanzierungsthematik stand die Bedeutung der Flugrettung für ein funktionierendes Gesundheitssystem im Mittelpunkt des Symposiums. Für Harald Hertz, den ärztlichen Leiter des AUVA-Unfallkrankenhauses Lorenz Böhler, steht außer Zweifel, dass eine zeitnahe und professionelle Patientenversorgung sowie ein rascher Transport in ein geeignetes Krankenhaus, eine deutliche Reduktion von Folgeschäden und -kosten nach sich zieht. In die gleiche Kerbe stießen auch der Chefarzt des Österreichischen Roten Kreuzes, Wolfgang Schreiber, und der Präsident der Österreichischen Bergrettung, Franz Lindenberg. Für beide liegt das große Atout der Flugrettung darin, gerade bei zeitkritischen Notfällen auch schwer zugängliche Notfallorte rasch zu erreichen. So können Patienten binnen kürzester Zeit von einer professionellen medizinischen Versorgung profitieren.

Einer völlig anderen Thematik widmete sich Bernd Lang, Training Director der ÖAMTC-Flugrettung. Flugrettung sei das perfekte Zusammenspiel von drei Spezialisten in komplexen und stressigen Situationen. Genau auf diesen Aspekt wird in der Aus- und Weiterbildung größtes Augenmerk gelegt. Helmut Trimmel, stellvertretender medizinischer Leiter der ÖAMTC-Flugrettung, hob hervor, dass in Österreich durch Innovationsgeist und unermüdlichen Einsatz ein Aushängeschild im Bereich der internationalen Flugrettung geschaffen wurde. Außerdem berichtete er über einen grundlegenden Strukturwandel im Gesundheitssystem, der auch Einfluss auf die Flugrettung haben wird. Schließlich gab auch der niederösterreichische Patientenwalt Michael Prunbauer einen kurzen Einblick in seine Tätigkeit.

apa.at

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