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APA-Artikel 28. Oktober 2013

Patientensicherheit in Spitälern: Steirische KAGes konterte Vorwürfe

Die Vorwürfe des Bettenmangels, vorschneller Abweisungen oder unzureichender Untersuchungen von Patienten in der Vorwoche hat die Führung der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) am Montag zurückgewiesen. Der Fall jener Patientin, die jüngst trotz Schlaganfallsymptomen erst beim zweiten Anlauf aufgenommen wurde, sowie ein ähnlicher im Jänner seien "keine Fälle, wo etwas schiefgelaufen ist", so KAGes-Vorstandsvorsitzender Karlheinz Tscheliessnigg beim Pressegespräch am Montag.

"Ich wäre zutiefst betroffen, wenn solche Fälle in unseren Krankenhäusern passieren sollten. Hier aber werden Dinge behauptet, die gar keine Fälle sind und die mit einem Bettenmangel oder Nicht-Erkennen nichts zu tun haben", so der Vorstandsvorsitzende.

Im jüngsten Patientinnenfall seien "leitliniengerecht die richtigen Schlüsse gezogen und behandelt worden", ging der ärztliche Direktor Gernot Brunner ins Detail. Eine über die Computertomografie (CT) hinausgehende Magnetresonanztomografie (MRT) sei entsprechend der Leitlinien "nicht angezeigt" gewesen und "keinesfalls aus Kostenfragen" gescheitert. Die Nichtaufnahme sei mit der Diagnose zu erklären: "Es gibt im Großraum Graz absolut genügend Betten für die neurologische Versorgung", betonte Brunner.

Zum länger zurückliegenden Fall, bei dem die Patientin noch vor der Überstellung von der Landesnervenklinik ins Uniklinikum verstarb, habe es "keine akutdringende OP-Indikation" gegeben, so Brunner. Die plötzlich eingetretene Verschlechterung sei "nicht vorhersehbar" gewesen.

"Es entsteht jetzt der Eindruck, dass bei uns auf Patientensicherheit kein Wert gelegt wird", kritisierte Brunner, der Zahlen zu konkreten Patientenbeschwerden vorlegte. Demnach habe es im Vorjahr bei 29.000 Patienten in der Notfallaufnahme elf Beschwerden im Bereich der Inneren Medizin und vier im neurologischen Bereich gegeben. "Andere Notfallaufnahmen beneiden uns um derart geringen Zahlen", meinte Brunner.

KAGes-Finanzvorstand Ernst Fartek erläuterte die Bettensituation: Demnach gebe es in den KAGes-Spitälern eine durchschnittlich 76-prozentige Bettenauslastung. "Es gibt genügend Kapazität in allen Bereichen, bei Engpässen können wir zwischen den einzelnen Bereichen umschichten", so der Vorstand. Im Bereich der Intensivbetten sei gerade im Bereich Graz die Zahl in den vergangenen zwei Jahren um 17 Betten erhöht worden und soll bis 2020 noch um 18 weitere ausgebaut werden.

"Es gibt genügend Krankenhausbetten in der Steiermark und es wird auch nach der Strukturreform genügen, weil nicht nur Betten abgebaut, sondern andere Strukturen aufgebaut werden", so Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP). Sie stellte sich schützend vor die KAGes-Mitarbeiter, die "außerordentlich gute medizinische und pflegerische Arbeit" leisten würden, gab aber auch zu, dass es eine "qualitative Überlastung der Krankenhausambulanzen" gibt. "Wir haben zu viele Menschen in den Krankenhausambulanzen, die dort aus verschiedensten Gründen nicht gut aufgehoben sind. Hier müssen neue Versorgungssysteme aufgebaut werden", so die Landesrätin. Darauf ziele die Strukturreform bei den steirischen Landesspitälern, in deren Rahmen auch die Ordensspitäler stärker in die Akutversorgung eingebunden werden, ab.

apa.at

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