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APA-Artikel 25. Oktober 2013

Lebens- und SozialberaterInnen: JA zu Österreichs Gesundheitsförderung und NEIN zum neuen Psychologengesetz

Über 350 Lebens- und SozialberaterInnen versammelten sich gestern Abend und unterzeichneten eine Petition gegen das neue Psychologengesetz. Die Berufsgruppe mobilisiert gegen ein drohendes Berufsverbot.

Im Sommer 2013 wurde das neue Psychologengesetz beschlossen. Durch dieses neue Gesetz und im Speziellen durch den weit überzogenen Tätigkeitsvorbehalt für GesundheitspsychologInnen werden ca. 7.000 österreichische Lebens- und SozialberaterInnen in ihrer Existenz bedroht. Die drei Bereiche der Lebensberatung (Psychosoziale Beratung, Ernährungsberatung und Sportwissenschaftliche Beratung) arbeiten stark im Bereich der Gesundheitsprophylaxe. Das Gesetz würde jedoch Tätigkeiten in diesem Bereich ausschließlich PsychologenInnen überlassen.

"Eine derart überschießende Regelung würde einem Berufsverbot der Lebens- und SozialberaterInnen gleichkommen", so der Berufsgruppensprecher der Wiener Lebens- und SozialberaterInnen, Mag. Haris G. Janisch im Rahmen einer gestrigen Informationsveranstaltung.

Lebens- und SozialberaterInnen fordern Neuverhandlung

Zahlreiche Lebens- und SozialberaterInnen unterzeichneten gestern eine Petition, die von der Politik fordert, das Gesetz erneut zu prüfen und in nochmalige Gespräche zu treten. "In der Verhandlung zum neuen Gesetz sind die Anliegen der Lebens- und SozialberaterInnen nahezu ignoriert worden", so KommR Gerhard Flenreiss, Fachgruppenobmann der Fachgruppe Wien der Gewerblichen Dienstleister und ergänzt: "Wir machen uns nun bundesländerübergreifend für eine Adaption und für die für Lebens- und SozialberaterInnen notwendige Ergänzung des Gesetzes stark." Konkret geht es um das Fehlen der im alten Gesetz festgelegten Klarstellung, dass das nach §119 GewO reglementierte Gewerbe der Lebens- und Sozialberatung durch das neue Gesetz nicht berührt wird. "Als Wirtschaftskammer bereiten wir nun unterschiedliche Schritte vor, um einen drohenden Engpass in der Versorgung unserer KlientInnen zu verhindern. Beispielsweise ist der Bereich der Burnout-Prophylaxe gefährdet - das lassen wir nicht zu", so Flenreiss.

Andreas Herz, Bundesvorsitzender der Lebens- und SozialberaterInnen und WKÖ- Fachverbandsobmann unterstreicht dies: "Es geht schließlich um die Existenz eines Gewerbes und damit um die Sicherstellung von 7.000 Unternehmen! Eine Verweigerung dessen kommt einem fahrlässigen Vertrauensbruch gegenüber all unseren KundInnen gleich, da diese mit einem Schlag im Stich gelassen werden. Es ist unverständlich, dass der Bereich der Gesundheitsförderung nunmehr nur auf die PsychologInnen beschränkt sein sollte, wo doch die Lebens- und SozialberaterInnen bereits seit 25 Jahren auch in diesem Bereich tätig sind."

Nächster Schritt: Verfassungsklage

Da das Gesetz im Nationalrat beschlossen wurde und am 1. Juli 2014 in Kraft treten soll, werden seitens der Wirtschaftskammer nun weitere Schritte eingeleitet. "Wir ziehen eine Verfassungsklage gegen das Gesetz über unseren Bundesverband in Betracht. Wir haben Gutachten unserer JuristInnen vorliegen, die uns darin nur bekräftigen. Wir schützen unsere Mitglieder und geben sicher nicht kampflos auf!", so Janisch.

 

apa.at

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