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APA-Artikel 24. Oktober 2013

OP verschoben - Patient tot: Gutachten soll Grazer Mediziner belasten

Nach der Abweisung von zwei Patienten ist das LKH Graz in den vergangenen Tagen Kritik ausgesetzt gewesen. Nun ist ein weiterer Fall bekannt geworden: Ein 48-jähriger Dialysepatient verstarb, weil eine notwendige Operation nicht durchgeführt wurde, berichtete die "Kleine Zeitung" am Donnerstag. Die Staatsanwaltschaft Graz ermittelt gegen 13 Mediziner der Uniklinik.

Der Fall trug sich bereits vor einem Jahr an der Grazer Uniklinikum zu: Ein Dialysepatient, der wegen massiver Bauchschmerzen stationär aufgenommen worden war, verstarb noch bevor es zur Operation des Darmverschlusses kam. Die Operation war zugunsten anderer dringender Fälle verschoben worden, wie damals der Vorstand der Chirurgie bestätigte. Die Staatsanwaltschaft hat einen Gerichtsmediziner mit einem Gutachten beauftragt, ob es zwischen der verschobenen OP und dem Tod des Patienten einen Zusammenhang geben könnte.

"Durch das Versäumen des indizierten Operationszeitpunktes ist es zur Darmperforation, zum Schock und zum Tod gekommen", soll es laut "Kleine Zeitung" in dem von der Staatsanwaltschaft in Auftrag gegebenen chirurgischen Teil-Gutachten heißen. Dies wurde von der Anklagebehörde am Donnerstag nicht bestätigt.

"Wir haben mehrere Gutachten in Auftrag gegeben, das braucht noch seine Zeit.", betonte Barbara Schwarz von der Staatsanwaltschaft Graz. Parallel würden weitere Erhebungen und ergänzende Beschuldigteneinvernahmen durchgeführt. Zum jetzigen Zeitpunkt können man noch nicht sagen, ob es zu einer Anklage kommen werde oder nicht. Vonseiten der ärztlichen Direktion des LKH-Uniklinikums wollte man am Donnerstagvormittag ebenfalls nicht Stellung nehmen.

apa.at

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