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APA-Artikel 18. Oktober 2013

Wiener AKH - Großes Spital, unendliche Baugeschichte

Das Wiener Allgemeine Krankenhaus (AKH) ist das größte Spital Österreichs - und ziemlich unendlich war auch die Baugeschichte. Bereits 1957 fiel der Beschluss zum Neubau, 1964 war dann Beginn der Arbeiten. Die erste Abteilung übersiedelte 1991 aus dem Alten AKH in das neue Haus, und 1994 wurde offiziell die Eröffnung gefeiert.

Zuerst wurden Schulgebäude, Internat, Personalwohnhäuser gebaut, ab 1968 erfolgte die Errichtung der Universitätskliniken für Kinderheilkunde, Psychiatrie sowie verwandte Fächer. 1970 wurde im dritten Bauabschnitt die Tiefgarage errichtet. Das Haupthaus mit den markanten Bettentürmen entstand ab 1974. 1982 bekam die VOEST-Alpine Medizintechnik Gmbh (VAMED) den Auftrag über das Projektmanagement sowie Fertigstellung der Planung und Errichtung dieses vierten Bauabschnitts.

Überschattet war der Bau vom sogenannten AKH-Skandal der siebziger Jahre um Schmiergeldzahlungen und Bestechungen. Im Mittelpunkt stand ein ehemaliger technischer Direktor der Allgemeinen Krankenhaus-Planungs- und Errichtungsgesellschaft (AKPE). In einem Prozess gegen ihn und elf Mitangeklagte wurde er 1981 zu neun Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Laut Richterspruch soll er 30 Mio. S (2,18 Mio. Euro) an Schmiergeldern kassiert haben. In zweiter Instanz wurde das Urteil auf acht statt neun Jahre wegen Geschenkannahme statt Untreue herabgesetzt.

Die Errichtungskosten für das Haus explodierten im Laufe der Jahre. Zum Zeitpunkt der ersten Planungen im Jahr 1955 war Bürgermeister Franz Jonas (SPÖ) noch von 600 Mio. S (43,6 Mio. Euro) ausgegangen. Bei der Eröffnung 1994 wurden schließlich 42,5 Milliarden S (3,09 Mrd. Euro) genannt. Auch die Bauzeit sprengte den Rahmen, die Fertigstellungstermine mussten immer wieder um Jahre verschoben werden.

Nun steht langsam, aber sicher die Sanierung des Hauses bevor. Der Investitionsbedarf wird laut AKH-Führung gerade errechnet. Peter Husslein, der Vorstand der Universitäts-Frauenklinik der MedUni Wien im AKH, hat am gestrigen Donnerstag im APA-Interview gemutmaßt, dass die Re-Investitionen bis zu 1,5 Mrd. Euro betragen könnten.

apa.at

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