zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 18. Oktober 2013

Wiener AKH muss um 1,5 Milliarden Euro saniert werden - "Österreich"

Kein Ende der schlechten Nachrichten aus dem Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH). Nach Berichten über Engpässe in der Patientenversorgung wird nun bekannt, dass das Großspital in den kommenden Jahren auch generalsaniert werden muss. Die Kosten dafür werden auf 1,5 Milliarden Euro geschätzt, berichtet die Tageszeitung "Österreich" (Freitagsausgabe).

"Ja, diese Baustelle wird in den nächsten fünf bis sechs Jahren auf uns zukommen", wird der Wiener Bürgermeister Michael Häupl in dem Bericht zitiert. Frauenklinik-Vorstand Peter Husslein sagte der Zeitung: "Eine Generalsanierung ist nach 25 Jahren einleuchtend. Dazu gibt es Schätzungen von 1,5 Milliarden Euro."

Husslein forderte in diesem Zusammenhang auch eine "Reparatur der Organisation". "Die Personaldecke ist so dünn, dass Operationen schon abgesagt werden, wenn sich ein Pfleger den Fuß verstaucht."

Das Wiener Allgemeine Krankenhaus beherbergt nicht nur eines der größten Spitäler Europas, sondern auch die Universitätskliniken der MedUni Wien mit fast 7.500 Studierenden. Im Vorjahr wurden 538.800 Patienten ambulant im Wiener AKH betreut, 102.000 Patienten wurden stationär aufgenommen. In dem Gebäudekomplex in Wien-Alsergrund arbeiten fast 10.000 Menschen, davon 1.560 Ärzte und 2.800 Krankenpfleger.

Das AKH wurde im Jahr 1994 nach zwei Jahrzehnten Bauzeit eröffnet, in deren Zuge es sich zum teuersten Spitalsprojekt Europas entwickelt hatte. Die Errichtungskosten beliefen sich auf 42,5 Milliarden Schilling (3,09 Milliarden Euro). Zum Zeitpunkt der ersten Planungen im Jahr 1955 war die Stadt Wien noch von Baukosten in Höhe von 600 Mio. Schilling (43,6 Mio. Euro) ausgegangen.

Die Errichtung des AKH war vom größten Bauskandal der österreichischen Geschichte begleitet, der im Jahr 1980 vom Bauingenieur und Journalisten Alfred Worm aufgedeckt wurde. Allein der ehemalige technische Direktor der Allgemeinen Krankenhaus-Planungs- und Errichtungsgesellschaft (AKPE), Adolf Winter, kassierte laut einem späteren Gerichtsurteil Schmiergelder in Höhe von 30 Millionen Schilling.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben