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APA-Artikel 16. Oktober 2013

Sonderklasse: "Fall Linz" sollte sich in Wien nicht wiederholen

"Die Verrechnung der Sonderklassegelder an der MedUni Wien/AKH sowie in den Häusern des Wiener Krankenanstaltenverbunds erfolgt seit Jahren nach klaren und transparenten Regelungen, die von der Ärztekammer, unter Kontrolle des Rechnungshofs sowie der Stadt Wien, überwacht werden." Diskussionen und Ungereimtheiten, wie sie derzeit im Falle des Linzer AUVA-Unfallkrankenhauses passieren, seien daher in Wien auszuschließen, betont Wiens Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres.

Szekeres räumt allerdings ein, dass die Wiener Regelung ausschließlich für das AKH und die KAV-Spitäler gelte: "Wir haben sowohl den öffentlichen Spitälern ohne Trägerschaft der Stadt Wien als auch den privaten gemeinnützigen Spitälern mit Abteilungsstruktur, wie beispielsweise die AUVA-Spitäler, mehrfach angeboten, unsere transparenten Sonderklasseregelungen auch in deren Häusern zu implementieren." Leider habe man damit aber noch keinen Erfolg gehabt.

Die Wiener Regelung sieht vor, dass zumindest 40 Prozent der Sonderklassehonorare an einer Abteilung an die dem Primar nachgeordneten Ärztinnen und Ärzte weitergegeben werden müssen. Jede Abteilung muss darüber hinaus eine Vereinbarung über den tatsächlichen Verteilungsschlüssel unter den nachgeordneten Ärztinnen und Ärzten abschließen. Gelingt eine solche Einigung nicht, kommt der offizielle Aufteilungsschlüssel der Ärztekammer zur Anwendung, der sich im Wesentlichen an der Anzahl der nachgeordneten Oberärzte orientiert. Dieser Aufteilungsschlüssel ist sämtlichen Ärztinnen und Ärzten bekannt und auch auf der Homepage der Wiener Ärztekammer nachzulesen.

"Abgesehen von der zu 100 Prozent gewährleisteten Transparenz ist ein weiterer Vorteil, dass auch Turnusärzte berücksichtigt werden", sagt Szekeres. Zusätzlich garantiere die Abwicklung über eine eigene, externe Verrechnungsstelle "höchste Professionalität und Effizienz für die Rechtsträger und die Ärzteschaft".

Die Aufgabe dieser externen Verrechnungsstelle ist das Erstellen aller Abrechnungen im Namen und für die Honorarberechtigten, die Übermittlung der Abrechnungen an die jeweils Zahlungspflichtigen, die Überwachung der Zahlungseingänge, die Abrechnung des Infrastrukturbeitrags/Hausrücklasses sowie die Aufteilung der Honorare auf honorar- und mitberechtigte Ärztinnen und Ärzte.

Für Szekeres ist es "nicht wirklich nachvollziehbar", warum diese Art der Verrechnung, deren Modus für alle Beteiligten von Vorteil sei, nicht von allen Wiener Spitälern übernommen werde. "Wir werden die aktuelle Diskussion in Linz aber zum Anlass nehmen, neuerlich an die Träger heranzutreten, um sie von der Transparenz und Nachhaltigkeit unseres Verrechnungssystems zu überzeugen", so Szekeres abschließend.

 

apa.at

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