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APA-Artikel 14. Oktober 2013

Land Salzburg und Krankenkasse einigen sich auf Gesundheitsreform

Das Land Salzburg und die Sozialversicherungen haben sich auf den Zielsteuerungsvertrag zur Gesundheitsreform geeinigt. Man wolle einerseits die bestmögliche Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung und andererseits die Finanzierbarkeit des Systems erhalten, sprach Gesundheitsreferent LHStv. Christian Stöckl (ÖVP) am Montag bei der Präsentation der Vereinbarung mit dem Obmann der Salzburger Gebietskrankenkasse, Andreas Huss, von einem "Kostendämpfungspfad".

Ziel sei es, die Bevölkerung durch Prävention länger gesund zu erhalten, sagte Huss und brachte ein Beispiel: In Schweden sei man im Durchschnitt bis zum 71. Lebensjahr gesund, in Österreich nur bis zum 60. Lebensjahr. "Das, was Schweden kann, sollten wir auch hinkriegen", meinte Huss.

Die Übereinkunft sieht eine Forcierung des niedergelassenen Bereichs und eine Entlastung der Spitäler vor. So will Salzburg mit Lehrpraxen oder anderen Schwerpunkten in der Turnusausbildung mehr junge Ärzte für den Bereich Allgemeinmedizin gewinnen. In den Krankenhäusern sollen die Untersuchungen vor Operationen nicht alle neu gemacht werden, sondern vorhandene Befunde verwendet werden. Ausbauen will das Land Salzburg den Bereich der Tageskliniken sowie die mobile Versorgung von Herz-Kreislauf-Patienten. Ein weiterer Schwerpunkt: Der Ausbau der psychosozialen Versorgung für Kinder. "Das ist wichtig, um Krankenstände der Zukunft zu vermeiden", sagte Huss.

Die Spitalstandorte in Salzburg stehen nicht infrage. Doch die einzelnen Krankenhäuser sollen sich besser vernetzen, kündigte Stöckl an. So könnte ein Primariat für zwei Standorte eingerichtet werden. Neben der Grundversorgung werde es stärkere Schwerpunktbildungen geben müssen. Ziel sei auch eine bessere Vernetzung zwischen intra- und extramuralem Bereich, meinte der Gesundheitsreferent. So wird es in der Stadt Salzburg künftig auch einen ärztlichen Bereitschaftsdienst geben. "Es gehen immer noch viel zu viele Patienten in die Ambulanzen, obwohl sie eigentlich bei einem Allgemeinmediziner besser aufgehoben wären", meinte Stöckl.

Sowohl Huss als auch Stöckl betonten, dass der Zielsteuerungsvertrag "kein Sparprogramm" sei. Im vergangenen Jahr flossen 1,178 Mrd. Euro in das Salzburger Gesundheitssystem. Bis zum Jahr 2016 soll dieser Betrag auf 1,368 Mrd. Euro anwachsen. Ohne die beschlossenen Maßnahmen würden die Ausgaben auf 1,439 Mrd. Euro klettern, sagte Huss. "Wir versuchen, die Dynamik der Kostensteigerungen in den Griff zu bekommen", betonte Stöckl.

apa.at

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