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APA-Artikel 9. Oktober 2013

Ärztekammer begrüßt Ausbau der kinderärztlichen Wochenendversorgung in Wien

"Grundsätzlich positiv" beurteilt die Ärztekammer den durch die Wiener Gebietskrankenkasse in Aussicht gestellten Ausbau der kinderärztlichen Versorgung an Wochenenden und an Feiertagen. Damit würde eine langjährige Forderung der Ärztekammer aufgegriffen, betonte Johannes Steinhart, Obmann der Kurie niedergelassenen Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien. Einzig die Standortfrage überzeuge ihn "nicht wirklich".

 

"Gerade die Kinderambulanzen in den Spitälern sind in den Randzeiten hoffnungslos überlaufen", betont Steinhart. Die Ärztekammer stehe daher jederzeit für Gespräche zur Verfügung, um die extramurale Versorgung durch Kinderärzte in der Bundeshauptstadt zu forcieren. Dies würde die Spitalsambulanzen entlasten, Kosten sparen sowie die Wartezeiten für Eltern und Kinder stark verkürzen.

 

Skeptisch ist Steinhart allerdings, was den Standort betrifft. "Kinderärzte im AKH einmieten zu lassen, halte ich für heikel. Erstens müssen Eltern dann erst wieder ein Spital anfahren, und zweitens birgt die räumliche Nähe zur Spitalsambulanz die Gefahr, dass viele Patienten und ihre Betreuungspersonen erst recht wieder in der Ambulanz landen." Hier wünscht sich Steinhart einen dezentralen Standort abseits eines Spitals.

 

Verwundert zeigt er sich darüber, dass die Ärztekammer im Rahmen der aktuellen Honorarverhandlungen zwar stundenlang mit der Wiener Gebietskrankenkasse zusammensitze, die Krankenkasse dabei aber das Thema kein einziges Mal angesprochen habe. "Nun präsentiert die Wiener Gebietskrankenkasse der Öffentlichkeit ein Pilotprojekt, das in dieser Form leider gar nicht realisierbar ist." Denn: Die Abwicklung des Projekts über einen Verein ist rechtlich nicht zulässig.

 

Steinhart: "Nach den uns vorliegenden Informationen will die Gebietskrankenkasse alles über den 'Verein zur Förderung der ambulanten Kinderheilkunde' organisieren." Ein Verein könne allerdings keine Ärzte anstellen. Einzige Alternative wäre die Invertragnahme analog den üblichen Kassenplanstellen oder über den Ärztefunkdienst. Steinhart: "Sehr gerne diskutieren wir das mit der WGKK-Obfrau, um eine auch rechtlich einwandfreie Trägerschaft zu realisieren." 

apa.at

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