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APA-Artikel 8. Oktober 2013

Psychische Erkrankungen: Leiden im Alter oft unbemerkt

Volksleiden, ihre Prävention, die frühe Diagnose und die optimale Therapie sollen laut den Initiatoren am Donnerstag weltweit im Mittelpunkt der Öffentlichkeit stehen: Der 10. Oktober ist in diesem Jahr der "Welttag der seelischen Gesundheit". Österreichische Experten betonen dazu die Bedeutung der demografischen Entwicklung.

Die Österreichische Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie (ÖGPP) und die Österreichische Gesellschaft für Alterspsychiatrie und Alterspsychotherapie (ÖGAPP) publizierten eine gemeinsame Stellungnahme. Darin heißt es unter anderem: "Bereits jetzt ist die Gruppe der über 80-jährigen Menschen jene Bevölkerungsgruppe, die am stärksten zunimmt, und etwa 2040 wird es in Österreich eine Million über 80-jähriger Menschen geben. Nach demografischen Forschungen wird der Frauenanteil dieser Bevölkerungsgruppe etwa 75 Prozent betragen. Auch die Gruppe der über 65-, der über 70- und der über 75-jährigen Bevölkerung wird deutlich zunehmen und tut es bereits jetzt."

Damit sollte möglichst früh und möglichst viel zur Prävention von psychischen Leiden in dieser Altersgruppe getan werden. Die Experten: "Es gibt eine Reihe von gesundheitsfördernden und gesundheitserhaltenden Strategien und Maßnahmen, die auch im Bereich der seelischen Gesundheit wirksam sind: das Laufen, als Synonym für Bewegung, Lernen im Sinne von lebensbegleitendem Lernen, Lachen als Synonym für humorvolle Lebensführung und Begegnung, Lieben als Synonym für hingebungsvolle Interessen und Beziehung und ebenso als Synonym für Sexualität sowie lustvoll Leben als Synonym für gesunde Ernährung sind wichtige und gesichert präventive Faktoren."

Es komme aber auch darauf an, die Dimensionen des Problems der psychischen Erkrankungen im Alter zu erkennen: "Psychische Erkrankungen sind auf Grund von diversen Faktoren in höheren Altersgruppen alles andere als selten – etwa jeder fünfte Mensch über 75 leidet an depressiven Erkrankungen unterschiedlichen Schweregrades, etwa jeder vierte über 80-Jährige hat eine demenzielle Erkrankung, viele ältere Menschen, insbesondere über 80-Jährige mit mehreren körperlichen Erkrankungen, erleiden delirante Zustandsbilder. Gleichzeitig ist es wichtig zu betonen, dass Alter nicht mit depressiv, dement und/oder verwirrt gleichzusetzen ist, denn wenn einer von vier über 80-Jährigen dement ist, dann sind es drei von vier nicht!"

Angststörungen, psychosomatische Leiden und infolge seelischer Verletzungen im Lebensverlauf entstandene posttraumatische Zustandsbilder sowie Alkoholabhängigkeit seien ebenfalls häufige Erkrankungen des höheren Lebensalters in Österreich. Die österreichische Psychiatrie biete hier eine große Bandbreite an Versorgungsmöglichkeiten an. Es sollte in der Öffentlichkeit aber auch ein positiveres Bild dieses Lebensabschnittes gefördert werden und Platz greifen.

apa.at

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