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APA-Artikel 7. Oktober 2013

Bauchfellkrebs: Leitlinie für innovative Therapie festgelegt

Bauchfellkrebs hat eine schlechte Prognose. HIPEC, eine Therapieform, die seit zwei Jahren an der MedUni Wien angewandt wird, stellt für gewisse PatientInnen eine vielversprechende Behandlungsoption dar. Anlässlich des Kongresses der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgische Onkologie (ACO-ASSO) unter Beteiligung des Comprehensive Cancer Center Vienna, einer Einrichtung von MedUni Wien und AKH Wien, wurde erstmals eine österreichweite Leitlinie für die Auswahl passender PatientInnen präsentiert.

In Österreich sind jährlich ca. 2000 PatientInnen von Peritonealkarzinose (Bauchfellkrebs) betroffen. Sehr oft können sie mangels geeigneter Therapien nur palliativ (die Symptome lindernd) behandelt werden. HIPEC (Hyperthermic Intraperitoneal Chemotherapy) ist ein Verfahren, das bei Bauchfellkrebs vielversprechende Ergebnisse zeigt. Nach der kompletten chirurgischen Entfernung aller Tumorherde wird der Bauchraum während der Operation mit einer auf 42 Grad Celsius erwärmten Chemotherapie-Lösung gespült. Allerdings spricht nur eine bestimmte Gruppe von Betroffenen auf diese Methode an.

Erstmals Standards in Österreich

Um diese PatientInnen gezielt auswählen zu können, wurde anlässlich der 30. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgische Onkologie (ACO-ASSO) eine nationale Leitlinie erarbeitet und präsentiert.

Thomas Bachleitner-Hofmann, Chirurg an der Universitätsklinik für Chirurgie der MedUni Wien, Mitglied des Comprehensive Cancer Center der Meduni Wien und des AKH Wien, einer der beiden Kongresspräsidenten und federführend an der Erstellung der Leitlinie beteiligt, dazu: „Das Verfahren ist nur bei PatientInnen, deren Erkrankung bestimmte Merkmale aufweist, vielversprechend. Darüber hinaus sind nicht alle Spitäler in der Lage, eine HIPEC durchzuführen. Mit der nun präsentierten Leitlinie verfügen wir erstmals in Österreich über Standards, die eine zielgenaue Identifizierung der geeigneten PatientInnen ermöglichen und Empfehlungen für das Fallmanagement enthalten.“ Wesentliche Kriterien, die in der Leitlinie definiert werden, sind zum Beispiel das Ausmaß des Tumorbefalls im Bauchraum, das Alter der PatientInnen, ihr körperlicher Allgemeinzustand und ob eine komplette Entfernung aller Tumorherde möglich ist.

Interdisziplinäre Entscheidung im Tumorboard

ExpertInnen wie Bachleitner-Hofmann sehen die HIPEC als Baustein in einem komplexen Therapiekonzept an, in dem vor allem der chirurgische Eingriff und die systemische Chemotherapie eine wesentliche Rolle spielen. Bachleitner-Hofmann: „Das partnerschaftliche Zusammenspiel von Chirurgie und Onkologie ist entscheidend. Deshalb ist es auch so wichtig, die PatientInnen an einem chirurgisch-onkologischen Zentrum im Tumorboard vorzustellen und ein gemeinsames Therapiekonzept zu entwickeln.“

Interdisziplinäre Studien geplant

Darüber hinaus sieht der Chirurg den Bedarf, vermehrt interdisziplinäre Studien zu diesem Thema anzubieten. Bachleitner-Hofmann: „Es fehlen auch auf internationaler Ebene aktuelle Studien zur interdisziplinären Anwendung von HIPEC. Es war daher eines der Ziele unseres Kongresses, die KollegInnen für die Notwendigkeit zu sensibilisieren, Studiendesigns aufzubauen und durchzuführen. Diese Studien sollten österreichweit und multizentrisch ausgelegt sein.“ Erste Schritte wurden bereits unternommen: Gemeinsam mit Alexander Reinthaller, dem stellvertretenden Leiter der Abteilung für Allgemeine Gynäkologie und Gynäkologische Onkologie an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde der MedUni Wien und Teil des CCC, wurde eine Studie für die Anwendung der HIPEC in der interdisziplinären Therapie des Ovarialkarzinoms konzipiert, die demnächst starten soll.

Service:

„Leitlinie zur Behandlung von Patienten mit peritonealen Neoplasmen mittels zytoreduktiver Chirurgie und hyperthermer intraperitonealer Chemotherapie in Österreich“ Thomas Bachleitner-Hofmann, Matthias Zitt, Tarkan Jäger, Stefan Riss, Klaus Emmanuel, Reinhold Kafka-Ritsch, Dietmar Öfner, Friedrich Kober für die Arbeitsgruppe Peritoneale Malignome der Österreichischen Gesellschaft für Chirurgische Onkologie (ACO-ASSO)

http://www.aco-asso.at/?page_id=2418

Rückfragen bitte an:

apa.at

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