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APA-Artikel 3. Oktober 2013

Essstörungen: Initiative für eigene Klinik für Betroffene in Graz

Die Zahl der Menschen mit Essstörungen ist seit vielen Jahren im Steigen begriffen. Betroffen sind vor allem Frauen. Die Grazer Frauenstadträtin Martina Schröck (SPÖ) und der Rektor der Medizinischen Universität Graz, Josef Smolle, setzen sich nun für die Einrichtung einer Klinik in Graz für Menschen mit diesem gestörten Verhaltensbild ein.

Nach aktuellen Schätzungen sind rund 200.000 Österreicherinnen und Österreicher von einer Essstörung betroffen. Die häufigsten Formen sind die Ess-Brech-Sucht (Bulimia nervosa), die Magersucht (Anorexia nervosa) und Fressattacken (englisch "Binge Eating"). Von 1990 bis 2008 habe sich die Zahl der Spitalsaufenthalte, die unter dieser Diagnose stattfinden, von 269 auf mehr als 2.700 gesteigert, hieß es am Donnerstag im gemeinsamen Pressegespräch der Grazer Bürgermeisterstellvertreterin und dem Rektor.

In Graz gibt es zwar Behandlungsmöglichkeiten, wie beispielsweise in der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Landesnervenklinik (LSF) oder der Psychiatrischen Abteilung der Kinderklinik, "aber für schwere Formen von Essstörungen bedarf es einer hoch spezialisierten Einrichtung mit einem multi-modalen und umfassenden Therapiekonzept. So eine Einrichtung wäre auch für Graz wünschenswert", erläuterte Smolle.

Die Medizinische Universität Graz steht in wissenschaftlicher Kooperation mit einer stationären Einrichtung in Villach. Nach diesem Vorbild - die grundsätzlich freiwillige Therapie dauert fünf bis sieben Wochen stationär in der Gruppe mit bis zu zwölf Personen - stellt sich Smolle auch die Einrichtung einer ähnlichen Klinik in Graz vor. "Eines muss natürlich klar sein: Es muss zum Kassentarif behandelt werden und darf keine Geschäftemacherei sein", so Smolle.

Schröck sei sich "im Klaren darüber, dass wir als Stadt zwar weder die Kompetenzen, noch die ausreichenden finanziellen Mittel haben, eine solche spezialisierte Einrichtung umzusetzen". Von der Notwendigkeit einer solchen sei sie jedoch überzeugt und sprach dem Projekt ihre Unterstützung aus.

apa.at

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