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APA-Artikel 27. September 2013

Bayr zum Tag gegen Kriminalisierung des Schwangerschaftsabbruches: Selbstbestimmungsrecht von Frauen sicherstellen!

"Jährlich sterben etwa 47.000 Frauen an den Folgen unsicherer Schwangerschaftsabbrüche. Diese Todesfälle könnten vermieden werden", ist Petra Bayr, Bereichssprecherin für globale Entwicklung der SPÖ, verärgert. Frauen seien dann gezwungen, einen unsicheren Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen, wenn die gesetzliche Lage in ihrem Heimatland einen legalen und sicheren Abbruch verbietet oder erschwert. "Dabei belegen weltweite Daten klar, dass restriktive Gesetze Schwangerschaftsabbrüche nicht verhindern. Sie drängen Frauen lediglich in die Hände von Hinterhofpfuschern und setzten sie einem enormen gesundheitlichen Risiko aus. Das hält Frauen aber nicht davon ab, eine Schwangerschaft zu beenden, wenn sie sich gegen diese entschieden haben", erklärt Bayr am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst.

"Faktenbasierte Aufklärung für Mädchen und Burschen, sowie der niederschwellige Zugang zu Verhütungsmitteln sind die einzigen Möglichkeiten, ungewollte Schwangerschaften und damit auch eine Vielzahl an Schwangerschaftsabbrüchen zu verhindern", ist Bayr überzeugt. "Entscheidet sich eine Frau gegen eine Schwangerschaft oder ist diese durch eine Vergewaltigung entstanden, muss jede Frau die Möglichkeit haben, sie legal, sicher und kostengünstig zu beenden. Keine Frau trifft diese Entscheidung leichtfertig", sagt Bayr und ergänzt, "das Selbstbestimmungsrecht von Frauen über ihren eigenen Körper ist keine Verhandlungssache".

Unsichere Abbrüche werden überwiegend in den sogenannten Entwicklungsländern vorgenommen. "Auf dem afrikanischen Kontinent sind unfassbare 97 Prozent aller Abbrüche unsicher. Das heißt, nicht ausreichend geschultes Personal führt sie durch oder die hygienischen Bedingungen sind mangelhaft", führt Bayr aus und ruft die internationale Gemeinschaft zum Handeln auf. "In vielen Ländern ist der Staat nicht in der Lage oder nicht gewillt, faktenbasierte Aufklärung und niederschwelligen Zugang zu Verhütungsmitteln für Männer und Frauen zur Verfügung zu stellen. Hier sind entwicklungspolitische Initiativen gefragt, diese Lücke zu schließen. Auch Österreich muss mehr tun."

apa.at

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