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APA-Artikel 25. September 2013

CH: Teure Spitalbehandlungen treiben Gesundheitskosten auf Höchststand

Jeder Versicherte hat 2012 durchschnittlich 3259 Franken Gesundheitskosten für die obligatorische Krankenpflegeversicherung verursacht - das sind 2,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor und ein neuer Höchststand. Besonders teuer waren ambulante Spitalbehandlungen wie Chemotherapien. Der Krankenkassenverband santésuisse fordert nun eine Wirtschaftlichkeitsprüfung.

Insgesamt schlugen die Behandlungen in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung im vergangenen Jahr mit 25,7 Milliarden Franken zu Buche.

Die Gesundheitskosten steigen von Jahr zu Jahr - aber "mit grossen Unterschieden zwischen den Kantonen", sagte santésuisse-Direktorin Verena Nold am Mittwoch vor den Medien in Bern. So kostete der durchschnittliche Patient in Basel-Stadt als teuerstem Kanton 4353 Franken, in Appenzell-Innerrhoden aber nur 2380 Franken.

Zahlreiche Spezialärzte

Diese Spannweite geht laut Nold auf einen Stadt-Land-Graben und die Unterschiede zwischen den Regionen zurück: In den urbanen Gebieten und in der Romandie sind die Kosten höher. Dies widerspiegle sich auch in den grossen kantonalen Prämienunterschieden.

Besonders stark gestiegen sind im vergangenen Jahr die Kosten für ambulante Spitalbehandlungen: um 5,8 Prozent oder 250 Millionen Franken. Die Ausgaben für stationäre Behandlungen stiegen um 2,7 Prozent oder 150 Millionen Franken.

Laut Michael Brunner von der santésuisse-Tarifgestaltungstochter tarifsuisse ag geht der Anstieg unter anderem darauf zurück, dass die ambulanten Abteilungen in verschiedenen Kantonen ausgebaut werden. Zudem gebe es in diesen Abteilungen eine hohe Dichte an Spezialärzten. Nur eine kleine Rolle spielten hingegen Behandlungen, die von der stationären in die ambulante Abteilung verlagert wurden.

Wirtschaftlichkeit prüfen

Wie santésuisse-Sprecher Paul Rhyn auf Anfrage sagte, fallen im ambulanten Spitalbereich beispielsweise diagnostische Abklärungen mit Hightechgeräten wie Magnetresonanz- und Computertomographie ins Gewicht, ferner teure Behandlungen wie Chemotherapien.

Um die Kosten einzudämmen, fordert santésuisse die Kantone dazu auf, mehr unternehmerische Freiräume zu schaffen. Für ambulante Spitalbehandlungen verlangt der Verband eine Wirtschaftlichkeitsprüfung analog zu jener für Ärzte mit eigener Praxis.

Einen Beweis für die Wirksamkeit solcher Kontrollen sieht santésuisse bei den Kosten der Arztpraxen. Diese sind zwar im letzten Jahr ebenfalls gestiegen - um 4,1 Prozent oder 220 Millionen Franken -, liegen aber laut Verband "im Rahmen der Vorjahre".

apa.at

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