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APA-Artikel 20. September 2013

Kinderhospiz Löwenherz für Jugendliche eröffnet

Unheilbar kranke Teenager sollen künftig im ersten Jugendhospiz Niedersachsens Ablenkung finden. Bundesweit gibt es elf Kinderhospize und vier für Jugendliche.

Die Zahl der Jungendhospize in Deutschland nimmt weiter zu. Am Freitag wurde die erste Einrichtung für todkranke Jugendliche in Niedersachsen eröffnet. Das neu errichtete Haus Syke liegt auf dem Gelände des Kinderhospizes Löwenherz, das auf den Tag genau vor zehn Jahren den Betrieb aufnahm. Jugendliche bräuchten mehr Freiräume, das gelte auch für schwer behinderte und pflegebedürftige, sagte Gaby Letzing, Leiterin des Kinder- und Jugendhospiz Löwenherz. Im neuen Haus könnten diese Bedürfnisse mehr berücksichtigt werden.

Bundesweit gibt es inzwischen elf Kinderhospize. Spezielle Einrichtungen für Jugendliche und junge Erwachsene gibt es neben Syke in Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin.

Der Bau kostete rund 4,5 Millionen Euro und war damit etwas teurer als geplant. Der größte Teil der Kosten wurde von verschiedenen Stiftungen und Spenden finanziert, das Land Niedersachsen beteiligte sich mit 600 000 Euro, die Deutsche Fernsehlotterie gab 300 000 Euro.

Das Jugendhospiz hat acht Pflegezimmer und sechs Familienzimmer für die Unterbringung von Eltern und Geschwistern. Die Pflegezimmer haben Namen von Metropolen wie Tokio, Rio und London. Über dem Bett hängt eine beleuchtete Silhouette der jeweiligen Hauptstadt. "Jugendliche träumen gern von Reisen", erläuterte Letzing.

"Down Under" heißt der große Aufenthaltsraum mit Kamin und großer Sitzecke zum Chillen, der zugleich als Disco und Bar genutzt werden kann. Außerdem gibt es ein vier mal drei Meter großes Bewegungsbad.

In beiden Hospizen gibt es nun Platz für insgesamt bis zu 16 schwer kranke und pflegebedürftige Kinder und Jugendliche sowie insgesamt 14 Familienzimmer. Bis zu vier Wochen können die Patienten zusammen mit ihren Geschwistern und Eltern in dem Haus bleiben. Die ersten vier Gäste ziehen am 2. Oktober in das Jugendhospiz ein.

Die Kosten für die Unterbringung im Kinder- und Jugendhospiz werden zur Hälfte von den Krankenkassen getragen, die andere Hälfte wird mit Spenden finanziert. Bislang wurden jährlich rund 1,2 Millionen Euro benötigt.

apa.at

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