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APA-Artikel 20. September 2013

Welt-Alzheimertag - Blecha: Demenz in den Fokus der Sozial- und Gesundheitspolitik rücken

"Demenz darf nicht länger tabuisiert werden. Immer mehr Menschen sind betroffen. Daher ist es das Gebot der Stunde, die neue Volkskrankheit Demenz in den Fokus der Sozial- und Gesundheitspolitik zu rücken", betont Karl Blecha, Präsident des Pensionistenverbandes Österreichs (PVÖ), anlässlich des Welt-Alzheimertages am 21. September. Diese Forderungen werden auch durch das aktuelle "Volkshilfe-Sozialbarometer", das heute präsentiert wurde, bestätigt. "Das Sozialbarometer zeigt deutlich, dass sich die Österreicherinnen und Österreicher eine demenzfreundliche Gesellschaft wünschen. Der Pensionistenverband fordert, demenzkranke Personen in der Pflege und Betreuung noch stärker zu berücksichtigen und bestehende Betreuungsangebote auszubauen", so Blecha.

"Österreich hat ein hervorragendes Gesundheitssystem, das dazu beiträgt, dass die Menschen in unserem Land immer älter werden. Eine sehr erfreuliche Entwicklung, die allerdings auch neue Herausforderungen an die Medizin und das Pflegesystem stellt. Eine Krankheit, die leider stark auf dem Vormarsch ist, ist Demenz", betont der PVÖ-Präsident, der weiter ausführt, dass aktuell in Österreich rund 130.000 Menschen an Demenz erkrankt sind. "Gerade bei Demenz ist eine frühzeitige Diagnose für eine spätere gute Lebensqualität mindestens ebenso wichtig wie qualitativ hochwertige Pflege und Betreuung", so Blecha, der deshalb - neben dem verstärkten flächendeckenden Ausbau von stationären und mobilen Diensten, Tagesbetreuungseinrichtungen sowie Nacht- und Wochenend-Pflegeangeboten - besondere Unterstützung für pflegende Angehörige fordert. In diesem Zusammenhang betont Blecha die Wichtigkeit von Initiativen wie der "Demenzhilfe Österreich", die von der Volkshilfe ins Leben gerufen wurde, um aufzuklären und Angehörigen Hilfestellungen zu bieten. Denn, so Blecha: "Mehr als zwei Drittel der Alzheimer-Patienten in Österreich werden von ihren Angehörigen betreut."

Mit der Pflegekarenz und Pflegeteilzeit tritt, so Blecha, ab 2014 "eine wichtige Maßnahme für Menschen in Kraft, die selbstlos ihre pflegebedürftigen Angehörigen betreuen". Jetzt fordert der PVÖ - als weitere Schritte, um pflegende Angehörige zu unterstützen und Österreichs hervorragendes Pflegesystem noch weiter auszubauen - einen Rechtsanspruch auf Pflegekarenz und die Absicherung der Finanzierung des Pflegefonds über das Jahr 2016 hinaus.

Für den PVÖ-Präsidenten steht fest, dass parallel dazu aber auch die Prävention verstärkt werden muss. Mit dem Programm "Bewegen statt pflegen" hat der Pensionistenverband ein spezielles Vorsorge-Programm entwickelt, das in den PVÖ-Ortsgruppen umgesetzt wird und großen Zuspruch findet. "Prävention, das Vorsorgen durch einen gesunden Lebensstil, durch Trainieren der körperlichen und geistigen Fitness, ist essentiell, um Krankheiten im Alter zu verhindern oder beträchtlich hinauszuzögern. Denn wir dürfen nicht vergessen: Auch der Denksport fördert die Fitness", so Blecha, der abschließend betont: "Demenz ist eine Krankheit, die jeden treffen kann. Wir müssen ihr daher rechtzeitig und entschlossen begegnen! Mit Prävention, mit flächendeckenden Gesundheits- und Pflegeleistungen in höchster Qualität und mit einer noch stärkeren Unterstützung für pflegende Angehörige."

apa.at

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