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APA-Artikel 20. September 2013

Betriebsrat kritisiert Umstände des Verkaufs von Rhön-Kliniken

Mit dem Kauf von 43 Häusern der Rhön-Klinikum AG wird Helios der größte private Krankenhausträger in Europa. Der Rhön-Betriebsrat ist über die Umstände des Deals entsetzt. Er fordert einen Tarifvertrag zur Beschäftigungs- und Standortsicherung für die 44 000 Mitarbeiter.

Der Konzernbetriebsrat der Rhön-Klinikum AG hat die Umstände des Verkaufs von zahlreichen Krankenhäusern an den Konkurrenten Helios scharf kritisiert. "Wir sind gnadenlos überrascht worden", sagte der Vorsitzende des Konzernbetriebsrats, Werner Behrens, am Donnerstag. Zwar sei rein rechtlich alles mit rechten Dingen zugegangen. Doch die betriebliche Mitbestimmung sei komplett umgangen worden und die Konzernleitung habe keinerlei Vorsorge für die Belegschaft getroffen. Deshalb müsse nun ein Tarifvertrag zur Beschäftigungs- und Standortsicherung verhandelt werden, forderte Behrens.

Von dem vor einer Woche bekanntgewordenen Verkauf von 43 Kliniken und 15 Versorgungszentren an die Fresenius-Tochter Helios sind 30 000 Beschäftigte direkt und 13 000 indirekt durch die Neuaufstellung der Rhön-Gesellschaft betroffen. Der Deal kostete gut drei Milliarden Euro - der Konzernbetriebsrat fürchtet nun einen hohen Renditedruck, der sich in schlechteren Arbeitsbedingungen niederschlagen werde. So gebe es die Gefahr, dass alle Berufsgruppen außer den Ärzten und Pflegern in schlechter bezahlende Tochtergesellschaften ausgegliedert würden.

"Wir wollen Sicherheit haben", sagte Behrens. Ziel des geforderten Tarifvertrages müsse der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und der Erhalt aller Standorte sein. Auch dürfe es in den nächsten Jahren nur mit Zustimmung des Betriebsrates Ausgliederungen und Versetzungen geben.

Fresenius hatte schon länger versucht, Rhön-Klinikum als Ganzes zu übernehmen, war aber am erbitterten Widerstand von Anteilseignern gescheitert. Anders als die Komplettübernahme ist der nun abgeschlossene Klinik-Kauf ohne die Zustimmung der Hauptversammlung möglich. Die Aufsichtsräte beider Seiten hatten der Transaktion grünes Licht gegeben. Damit waren auch die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat informiert - sie hatten aber aus aktienrechtlichen Gründen eine Schweigepflicht einzuhalten.

apa.at

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