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APA-Artikel 18. September 2013

Gemeinsam die Gesundheit von Menschen mit Migrationshintergrund stärken

Alle Bevölkerungsgruppen sollen über gerechte Chancen verfügen, ihre Gesundheit zu fördern, zu erhalten und wieder herzustellen, so eines der erklärten Ziele der österreichischen Gesundheitspolitik. Im Sinne der Chancengerechtigkeit braucht es unter anderem auch eine Stärkung der Menschen mit Migrationshintergrund in allen Lebensbereichen sowie faire Ausgangsbedingungen. Das Gesundheitssystem ist so zu gestalten, dass ein gleicher, zielgruppengerechter und barrierefreier Zugang gewährleistet ist.

Jeder Fünfte in Österreich lebende Mensch hat einen Migrationshintergrund. Migration per se ist nicht zwangsläufig mit gesundheitlichen Problemlagen verbunden. Durch kulturelle Unterschiede, Sprachschwierigkeiten, fehlendes Wissen über das Gesundheitssystem oder sozioökonomische Belastungen verstärken sich jedoch oft gesundheitliche Probleme.

Gesundheit und Integration sind Querschnittsthemen. Beides kann nur gelingen, wenn man sektorenübergreifend zusammenarbeitet und gemeinsam nachhaltige Lösungen für und mit den Menschen findet. Im Idealfall verstärken sich sogar beide Ansätze. Wer über soziales Kapital verfügt - also integriert ist -, einer sinnstiftenden Arbeit nachgehen kann und gut gebildet ist, ist im Regelfall auch gesünder. Gesundheit ist Voraussetzung um sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Sei es in der Schule, im Betrieb oder im sozialen Umfeld.

Das Staatsekretariat für Integration und der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger haben daher damit begonnen, systematisch und strukturiert das Thema Migration und Gesundheit zu bearbeiten. Gemeinsam wollen sie Wissenslücken in Hinblick auf Daten schließen, erfolgreiche Programme sowie Maßnahmen verbreitern und dazu beitragen, dass die Gesundheitskompetenz und die Gesundheit von Menschen mit Migrationshintergrund gestärkt werden. Mit der Unterzeichnung eines gemeinsamen Memorandums of Understanding wurde die weitere Zusammenarbeit besiegelt.

"Wir freuen uns über einen zusätzlichen Partner aus der Politik, der mit uns gemeinsam für die wichtige Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund bessere Rahmenbedingungen für mehr Gesundheit schaffen will. Ich denke, dass wir gemeinsam mit dem Staatssekretariat für Integration einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der österreichischen Gesundheitsziele leisten können. Dabei geht es nicht immer um ein mehr an Angeboten, sondern eine integrierte Betrachtungsweise. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir vorhandene Ressourcen effektiv nutzen und Prozesse in der Versorgung so gestalten, dass sie für alle gut zugänglich und verständlich sind. Wesentlich ist daher auch eine gute Kommunikation mit Gruppen mit Migrationshintergrund zur Stärkung der Gesundheitsressourcen", so Dr. Josef Probst, Generaldirektor des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger.

"Was Fragen der Gesundheitsprävention betrifft, müssen wir die Gruppe der Migrantinnen und Migranten besser und vor allem früher erreichen. Durch die Zusammenarbeit mit dem Hauptverband und den gemeinsam vereinbarten Zielsetzungen werden wir die Datenlage verbessern und gemeinsam weitere konkrete Schritte ableiten können! Das ist ein großer gesellschafts- und gesundheitspolitischer Fortschritt", so Staatssekretär Sebastian Kurz. Er blickt der Zusammenarbeit mit Zuversicht entgegen. "Durch einen starken Partner wie den Hauptverband wird es uns gelingen im Bereich der Gesundheit von Migrantinnen und Migranten wichtige Fortschritte zu erreichen", meint er abschließend dazu.

Die Sozialversicherung garantiert unabhängig von Alter, Einkommen, sozialer Herkunft und Bildung hochwertige Gesundheitsversorgung und eine sichere Pensionsvorsorge. Aktuell sind rund 8,4 Millionen Menschen anspruchsberechtigt (Versicherte und mitversicherte Angehörige). Der Behandlungsanspruch aus der Krankenversicherung wird beim Mediziner durch das e-card-System angezeigt: Die e-card als Schlüsselkarte enthält keine medizinischen Daten, ermöglicht dem/der Arzt/ Ärztin aber die Überprüfung des Versicherungsstatus eines Patienten und die Nutzung weiterer Services. Der Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger ist das organisatorische Dach über der solidarischen Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung Österreichs.

apa.at

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