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APA-Artikel 17. September 2013

Erfolg der Rheumatologie: Viel weniger Operationen

Die in den vergangenen 15 Jahren durch neue Biotech-Arzneimittel deutlich verbesserte medikamentöse Therapie bei Gelenksrheuma (rheumatoide Arthritis oder chronische Polyarthritis) hat deutliche Auswirkungen. Menschen mit entzündlichem Rheuma müssen sich seltener einer Gelenksoperation unterziehen als noch vor zehn Jahren. Dies stellte die Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) am Dienstag in einer Aussendung aus Anlass ihres Jahreskongresses in den kommenden Tagen in Mannheim fest.

Vor etwa zehn Jahren mussten sich noch bis zu 60 Prozent der Menschen mit entzündlichem Rheuma einem chirurgischen Eingriff unterziehen. "Heute verlaufen rheumatische Entzündungen der Gelenke weniger aggressiv, sodass wir die Betroffenen deutlich seltener operieren müssen", sagte Harald Dinges, Präsident des Kongresses. Moderne Therapien wie Biologika, aber auch die frühzeitige Anwendung klassischer Basistherapeutika verbesserten den Krankheitsverlauf entscheidend. Insbesondere die Zahl präventiver Eingriffe wie die Synovialektomie sei rückläufig. Dabei entfernen Ärzte entzündete Gelenkschleimhäute, um Patienten von schmerzhaft geschwollenen Gelenken zu befreien.

Der Einsatz künstlicher Gelenke ist dabei fast stabil geblieben. In Deutschland bekommen jährlich etwa 25.000 Menschen mit rheumatoider Arthritis eine Endoprothese. "Vor allem bei ihnen kann es aufgrund des geschwächten Immunsystems bei einer Gelenksersatz-Operation zu Wundheilungsstörungen und Infektionen kommen", erklärte der Präsident der Fachgesellschaft, Stefan Rehar.

Mittelfristig sei damit zu rechnen, dass auch der Einsatz von Endoprothesen (künstlicher Gelenksersatz) zurückgeht, prognostiziert Wolfgang Rüther vom Klinikum Bad Bramstedt und der Universitätsklinik Hamburg Eppendorf. Die Orthopäden und Chirurgen müssten umdenken und mehr Wert auf konservative, das heißt nicht chirurgische, Therapien legen.

apa.at

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