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APA-Artikel 12. September 2013

Spitäler: Arbeitszeitüberschreitungen schärfer ahnden

Arbeitszeitüberschreitungen müssten künftig schärfer geahndet werden, um langfristig eine Verkürzung der Arbeitszeit im Spital zu erreichen und damit auch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Spitalsärzte. Das fordert der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, am Donnerstag in einer Aussendung. "Die Kontrollmechanismen funktionieren, wie wir erst kürzlich in Vorarlberg gesehen haben. Dass es überhaupt zu derart krassen Arbeitszeitüberschreitungen kommen kann, ist jedoch nicht allein dem Spitalserhalter anzulasten, sondern auch der Politik. Die ÖÄK warnt seit Jahren vor einem Personalmangel in den Spitälern. Anstatt mehr Personal einzustellen, wird weiter der Rotstift angesetzt", so Mayer. Die in dieser Frage "auffällig ruhigen" Patientenanwaltschaften sollten endlich tätig werden.

 

Die Auswirkungen von Personalknappheit bekämen die übrigen Ärztinnen und Ärzte zu spüren: Dienste würden sich verlängern, das Burnout-Risiko speziell für junge Ärztinnen und Ärzte weiter steigen, das Privatleben in Mitleidenschaft gezogen. "Das kann natürlich auch Folgen für die Patienten haben. Ein unausgeschlafener Arzt, der seit 49 Stunden im Dienst ist, wird nicht mehr dieselbe gute Leistung bringen wie ein Arzt, der gerade erst ausgeruht seinen Dienst angetreten hat", zeigt der Kurienobmann auf. Hier seien nicht nur die Dienstgeber und die Politik gefordert. Vielmehr möchte Mayer auch die Patientenanwälte in die Pflicht nehmen: "Seitens der Patientenanwälte hört man keinen Ton zu den desaströsen Arbeitsbedingungen in den Spitälern. Dabei können diese direkte Auswirkungen auf die Patienten haben." Patientenanwälte sollten sich daher bereits im Vorfeld um das Wohl der Patienten kümmern "und nicht erst dann, wenn schon Feuer am Dach ist oder es gerade politisch zweckmäßig erscheint", so Mayer abschließend. 

apa.at

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