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APA-Artikel 9. September 2013

Frauenberger: Gesundheit ist ein globales Ziel

Zehn Projekte der Wiener Entwicklungszusammenarbeit zum ausgeschriebenen Thema "Globale Gesundheit" haben am Freitag, den zuständigen Gemeinderatsausschuss für Integration, Frauenfragen, KonsumentInnenschutz und Personal passiert.

Für die Projekte in Indien, Kenia, Moldau, Myanmar, Nepal, Ruanda, Senegal, Serbien, Simbabwe und in der Ukraine stellt die Stadt Wien jeweils 20.000 Euro zur Verfügung. Gefördert werden beispielsweise Projekte zur Ausbildung von Frauen zu Kranken- und Altenpflegerinnen, Präventionsmaßnahmen gegen HIV und Projekte zur Ernährungssicherheit. "Die Stadt Wien unterstützt das Menschenrecht auf Gesundheit und hilft mit, die Lebenssituation der Menschen in den Armutsgebieten dieser Welt zu verbessern", erklärt die zuständige Stadträtin Sandra Frauenberger.

Mehr Chancen für Frauen

Bereits 1977 erklärte die Weltgesundheitsorganisation "Gesundheit für Alle" zum vorrangigen Ziel. Weltweit gibt es einen Zusammenhang zwischen Krankheit und Armut. Häufige Konsequenzen armer Lebensverhältnisse wie mangelnde Bildung, unzureichende Ernährung und schlechte Wohnbedingungen wirken sich auf den Gesundheitsstatus einer Bevölkerungsgruppe aus. Dabei ist insbesondere die Gesundheit von Frauen und Mädchen bedroht, die aufgrund eines geschlechtsbedingt geringeren sozialen Status rund 70 Prozent der Armen weltweit stellen. Dementsprechend erklärt Frauenberger: "Die Verbesserung der Lebenssituationen von Frauen nimmt daher eine besondere Rolle ein. Je besser ihre Bildung und ihre Lebenssituation, umso besser auch ihre Chancen diesen Kreis zu durchbrechen."

Gesundheit ist ein Menschenrecht und ein Wert an sich, gleichzeitig aber auch eine wesentliche Bedingung für Armutsbekämpfung. Aufgrund dieser Zusammenhänge von Gesundheit und Krankheit müssen Armutsbekämpfung und Gesundheitsversorgung verknüpft werden. Um effektiv gegen Armut anzukämpfen, bedarf es gezielter Investitionen in die Gesundheitsversorgung der ärmsten Bevölkerungsgruppen.

Jobs im Gesundheitssektor

Ein gutes Beispiel für die Wiener Entwicklungszusammenarbeit ist das unterstützte Projekt in Serbien. Im Landkreis Sombor leben viele Roma unter prekären sozialen und wirtschaftlichen Lebensbedingungen. Sie sind stark von Arbeitslosigkeit und Armut betroffen, wodurch auch ein geringer Zugang zum Gesundheitswesen gegeben ist. Die Stadt Wien trägt dazu bei, ein Projekt zur verbesserten Gesundheitsversorgung sowie zur Schaffung von Arbeitsplätzen für Roma in Sombor realisieren. Dabei werden vom Gerontologischen Zentrum Sombor drei bisher beschäftigungslose Frauen aus der lokalen Roma-Gemeinschaft zu mobilen Heimhelferinnen ausgebildet. Die Schulungen dauern fünf Wochen und umfassen 100 Unterrichtseinheiten. Dabei werden die Frauen in Erster Hilfe, Hygiene, Ergonomie, Pharmakologie und Gerontologie ein Basiswissen erwerben. Nach der Ausbildung werden die mobilen Heimhelferinnen ein Jahr lang jeweils 30 Wochenstunden praktisch mit PatientInnen, die bisher kaum eine Gesundheitsversorgung hatten, arbeiten. Unter fachlicher Anleitung werden sie die bisher medizinisch unterversorgte Bevölkerung betreuen und einen Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität erbringen. Für die Zeit nach dem Projektende besteht eine Zusage der Stadt Sombor, die ausgebildeten Pflegekräfte in den öffentlichen Dienst zu übernehmen.

apa.at

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