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APA-Artikel 5. September 2013

D: AOK: Krebspatienten noch öfter in Spezialzentren behandeln

Trotz sinkender Sterblichkeitsraten bleibt Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Spezialisierte Tumorzentren sollten ausgebaut werden, sagt die AOK.

Die Versorgung von Krebspatienten in Tumorzentren kann nach Auffassung der AOK Rheinland/Hamburg in Deutschland noch deutlich verbessert werden. Aus dem Onkologie-Report 2013 der Krankenkasse geht hervor, dass in Nordrhein-Westfalen und Hamburg lediglich bei Brustkrebs das Gros der Erkrankten (80 Prozent) in einem zertifizierten Zentrum behandelt wurden. Bei anderen Krebsarten wie Lungen- oder Prostatakrebs waren es nur rund ein Fünftel der Patienten, bei Darmkrebs ein Drittel. "Dieser niedrige Anteil dürfte auch bundesweit ein Problem darstellen", sagte Günter Wältermann, Vorstandschef der Landes-AOK am Donnerstag in Berlin. Konkrete Zahlen dazu wurden nicht genannt.

"Die Versorgung in Brustzentren führt dazu, dass die Brustkrebssterblichkeit gesenkt werden kann", sagte Prof. Ulrike Nitz, Chefärztin des Brustzentrums Niederrhein. Die Tumorzentren seien eine Art Schrittmacher für die Behandlung onkologischer Erkrankungen, so Wältermann.

Die derzeitige Aufstellung habe allen Erfolgen zum Trotz auch Fehler: So gebe es noch zu wenig ambulante Behandlungsangebote und Vernetzung mit der - oft jahrelangen - Nachsorge und Weiterbehandlung durch niedergelassene Ärzte. Auch fehle es an einer einheitlichen Zertifizierung durch unabhängige Experten, sagte Nitz. "Im Augenblick ist das für einen Patienten in mancher Klinik wie in einer Autowerkstatt, da hängen auch zig Zertifikate an der Wand und niemand weiß, was sie bedeuten."

Die Wahl des richtigen, spezialisierten Krankenhauses sei jedoch entscheidend, ergänzte Landes-AOK-Vorstandsmitglied Matthias Mohrmann: "Die Überlebensrate mit einem Ovarialkarzinom liegt nach fünf Jahren bei durchschnittlich 40 Prozent, in einzelnen Kliniken aber bei bis zu 60 Prozent."

apa.at

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