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APA-Artikel 27. August 2013

Anti-Sturz-Trainings sollen in Vorarlberg Pflegekosten senken helfen

Die Vorarlberger Initiative "Sichere Gemeinden", die neu "Sicheres Vorarlberg" heißt, startet in Zusammenarbeit mit der Hauskrankenpflege ein Pilotprojekt, um das Sturzrisiko älterer Menschen zu senken. Gab es bisher einen präventiven Hausbesuch und Treffen für über 75-Jährige, soll nun ein Programm lanciert werden, das auch weniger mobile Personen erfasst und stärker auf die Eigenverantwortung setzt. Damit lasse sich menschliches Leid verhindern, zudem würden die Kosten im Pflegebereich gedämpft, so Landeshauptmann Markus Wallner, Gesundheitslandesrat Christian Bernhard (beide ÖVP) und "Sicheres Vorarlberg"-Geschäftsführer Franz Rein am Dienstag.

Das Pilotprojekt soll nach der Ausbildung von zunächst zehn Trainern Anfang nächsten Jahres beginnen. Nach einem Sturzrisiko-Screening sollen die Trainer bei fünf Hausbesuchen innerhalb von sechs Monaten zu individuellen Übungen anleiten. Danach sollten die Senioren ihr Anti-Sturz-Training selbst fortsetzen können. "Bei konsequenter Durchführung lässt sich das Sturzrisiko um 30 Prozent verringern", so Rein unter Berufung auf Erfahrungen in Deutschland und der Schweiz. Es gehe darum, die Selbstständigkeit Älterer so lange als möglich zu erhalten, betonte Landesrat Bernhard. Er erinnerte an Zeiten, in denen ein Oberschenkelhalsbruch das "klassische Todesurteil" gewesen sei. Dieses "Schreckgespenst" gebe es nicht mehr, dennoch habe ein Sturz bei Älteren häufig eine Verschlechterung ihres Zustands zur Folge.

Laut Landeshauptmann Wallner müssen jedes Jahr fast 1.500 über 65-Jährige nach Stürzen im Krankenhaus behandelt werden. Ein Sturz sei häufig der Auslöser für eine bleibende Pflegebedürftigkeit, was auch Folgekosten für das Gesundheitssystem bedeute. "Man kann nicht genug zur Unfallvermeidung tun", folgerte Wallner. Dass es dabei um viel Geld geht, verdeutlichte die Landesregierung mit einem Rechenbeispiel: Im Jahr 2020 leben in Vorarlberg voraussichtlich 50.000 über 70-Jährige. Wenn nur ein Prozent davon zwei Monate später in ein Pflegeheim gehe, bedeute das bei angenommenen monatlichen Kosten von 4.000 Euro eine Ersparnis von rund vier Mio. Euro.

apa.at

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