zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 22. August 2013

Caritas fordert Erhöhung des Pflegegeldes

Bereits fünf Prozent der österreichischen Bevölkerung sind über 80 Jahre alt. Im Jahr 2050 werden es mehr als doppelt so viele sein. Dadurch sei mit einem Anstieg des Betreuungs- und Pflegebedarfs sowie dessen Kosten zu rechnen. Deshalb fordert die Caritas nun die Verlängerung des Pflegefonds sowie die Erhöhung des Pflegegeldes. "Die gesellschaftlichen Instanzen in Österreich müssen einen Beitrag leisten, damit die Menschen in Würde altern können", sagte Caritaspräsident Franz Küberl bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in Wien.

Konkret forderten Küberl und der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau eine Verlängerung des Pflegefonds über das Jahr 2016 hinaus sowie eine Erhöhung des Pflegegeldes, das zuletzt im Jahr 2009 hinaufgesetzt worden war. "Das Geld, das in die Pflege investiert wird, geht nicht verloren, sondern bringt einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Mehrwert", erklärte Küberl. Eine Studie der Wirtschaftsuniversität Wien zeige, dass jeder in die mobilen Wiener Betreuungsdienste investierte Euro, einen gesellschaftlichen Nutzen von 3,70 Euro bringe.

"Unsere Forderung an die Politik ist, dass die Regierung einen Stufenplan vorlegt, wie in den nächsten fünf bis sechs Jahren der Wertverlust des Pflegegeldes aufgehoben wird. Sonst verkommt das Pflegegeld zum Taschengeld", ergänzte Landau.

Als zentrale Aufgaben der Regierung nannte Landau zudem die Qualitätssicherung der 24-Stunden-Betreuung. Derzeit gibt es etwa 300 Vermittlungsagenturen mit unterschiedlichen Preis-Leistungsverhältnissen. Der Wiener Caritas-Direktor sprach sich deswegen für die Einführung eines Qualitätssiegels aus. Kunden geprüfter Agenturen sollen zudem eine erhöhte Förderung bekommen.

Ein weiteres Anliegen der Caritas ist das Schließen von Qualitätslücken. Landau verwies darauf, dass von den derzeit 440.000 Pflegegeldbeziehern 80 Prozent zu Hause von den Angehörigen betreut werden. "Die Angehörigen sind der größte Pflegedienst der Nation. Sie dürfen vom Staat nicht im Stich gelassen werden." Die große Lücke zwischen den mobilen Angeboten und der 24-Stunden-Pflege müsse geschlossen werden. "Das Motto muss lauten: Wir dürfen kranke Menschen und ihre Angehörigen nicht in die Isolation führen", so Landau.

Außerdem forderte die Caritas eine Strategie, die dem Zukunftsthema Demenz Rechnung trägt. "Demenz ist der häufigste Grund für Pflegebedürftigkeit und eine Krankheit, welche die Angehörigen am meisten belastet", erläuterte Landau. Derzeit leben in Österreich etwa 120.000 Betroffene. Diese Zahl werde sich bis 2050 mehr als verdoppeln. "Demenzerkrankung wird nach wie vor tabuisiert. Deshalb wünschen wir uns von der nächsten Regierung eine Aufklärungs- und Informationsinitiative", betonte Caritasdirektor Landau.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben