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APA-Artikel 22. August 2013

Verschreibungsdaten - Hauptverband für Weitergabe-Verbot in Verträgen

Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger will nun Konsequenzen aus dem Verkauf von Daten über Medikamentenverschreibungen durch rund 350 Ärzte an ein Marktforschungsunternehmen ziehen: Künftig soll in den Verträgen mit den Kassenärzten und Apotheken festgeschrieben werden, dass die Weitergabe irgendwelcher Gesundheitsdaten verboten ist, berichtete das Ö1-"Morgenjournal" am Donnerstag.

Eine Generalklausel soll die Datenweitergabe an Dritte verbieten. Das soll für alle etwa 8.500 niedergelassenen Ärzte mit Kassenvertrag gelten, aber auch für die 1.200 Apotheken in Österreich. Bei Verstößen sollen die Verträge gekündigt werden, so Volker Schörghofer, stellvertretender Generaldirektor im Hauptverband. Laut Schörghofer soll das Verbot nicht nur für künftige Verträge gelten, sondern auch für schon bestehende.

Unterdessen in der "Presse" aufgetauchte Zahlen, wonach sogar 800 bis 850 Ärzte sowie auch 120 bis 150 Krankenanstalten Daten liefern, wurden vom Marktforschungsunternehmen IMS Health nicht bestätigt. Über eine PR-Agentur ließ man der APA am Donnerstag ausrichten, dass man gegenüber Medien keine weiteren Details bekannt geben werde, nachdem behördliche Verfahren eingeleitet wurden.

Die Korruptionsstaatsanwaltschaft prüft amtswegig, ob in der Sache der Anfangsverdacht für ein Bestechungsdelikt erfüllt ist. Und die Datenschutzkommission prüft, ob die Ärzte eventuell gegen das Datenschutzgesetz verstoßen haben. Einen gravierenden Verstoß gegen das Datenschutzgesetz vermutet auch die Wiener Ärztekammer, die am Mittwoch eine Anzeige gegen die IMS Health Marktforschungs GmbH und die Arztsoftware-Firma CompuGroup Österreich GmbH angekündigt hat.

apa.at

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