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APA-Artikel 20. August 2013

Verschreibungsdaten - Steirische Ärztekammer warnte vor Teilnahme

Die steirische Ärztekammer hat bereits im April 2012 vor einer Teilnahme an der Datenerhebung der IMS Health in einem Rundschreiben an alle niedergelassenen Ärzte in der Steiermark gewarnt: "Da es keine Informationen dazu gibt, wozu diese Daten genau verwendet werden sollen, empfehlen wir dringend, an dieser Datenerhebung nicht teilzunehmen und das Angebot nicht anzunehmen", hieß es damals in der Information der Kammer.

Die steirische Interessensvertretung erklärte in dem Schreiben, dass den Ärzten in dem Angebot eine Zuverdienstmöglichkeit von 432 Euro pro Jahr geboten wurde. Dafür sei eine monatliche Datenerhebung nötig. Konkret seien Verordnungs- sowie Diagnostikdaten gewünscht gewesen, die anonymisiert und vollautomatisch aus dem System bereitgestellt werden sollten.

Die Kammer erklärte ihren Ärzten weiter, dass die Firma IMS Health GmbH mit Firmensitz in Darmstadt ein Ableger eines internationalen Marktforschungsunternehmens sei und sich hauptsächlich mit pharmazeutisch-medizinischer Marktforschung beschäftige: "Daraus ist zu schließen, dass die gesammelten Daten an Pharmaunternehmen weiterverkauft werden könnten", wurde die Warnung erklärt. Ob nun steirische Ärzte an der Datenerhebung teilgenommen haben, könne die Kammer jedoch nicht kontrollieren.

Von konkreten Teilnehmerzahlen aufseiten der Pharmazeuten berichtet indes die Tageszeitung "Die Presse" (Dienstag-Ausgabe). Etwa 280 Apotheken in Österreich würden gegen Honorar Verkaufsdaten direkt an IMS Health liefern, hieß es unter Berufung auf ein Mitglied der Apothekerkammer. Dies geschehe ohne Namen der Patienten, aber mit Standort der Apotheke, was in dünn besiedelten Regionen Rückschlüsse auf die Verschreibepraxis der ansässigen Ärzte zulasse.

apa.at

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