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APA-Artikel 19. August 2013

Alpbacher Gesundheitsgespräche - Wissen der Patienten ist Macht

"Wissen ist Macht" - Dieses geflügelte Wort des Renaissance-Philosophen Francis Bacon zitierte Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) Montagfrüh in einer Pressekonferenz bei den Alpbacher Gesundheitsgesprächen. Der Grund: Der Hauptverband der Sozialversicherungsträger hat mit "Kompetent als Patientin und Patient" eine 78 Seiten umfassende Broschüre herausgegeben, um die Konsumenten im österreichischen Gesundheitssystem in die Lage zu versetzen, möglichst informiert Entscheidungen zu treffen.

"Wenn Patienten im Gesundheitsbereich etwas wissen, macht das die Patienten mündiger. Dann können sie den eigenen Lebensstil gesünder organisieren", so Stöger. Die Broschüre, die in Zusammenarbeit mit dem Frauengesundheitszentrum Graz erarbeitet wurde, soll Informationen und Checklisten bieten, um den Österreichern eine Orientierung für das Stellen der richtigen Fragen und den Zugang zu den adäquaten Stellen im Gesundheitswesen zu bieten. "Es geht um ein neues Verhältnis der Patientinnen und Patienten mit den Frauen und Männern, die im Gesundheitswesen arbeiten", sagte Felice Galle von der Institution in Graz.

Ähnlich auch Hans Jörg Schelling, Chef des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger: "Wir wissen, dass viele Maßnahmen im Gesundheitswesen gut sind, aber nicht angenommen werden, weil das Wissen fehlt." In der Broschüre gibt es zum Beispiel einfache Anleitungen, wie man als Konsument, Krankenversicherter oder als Patient besser Dienstleistungen beurteilen und auswählen kann. "Nimmt der Arzt mich und mein spezielles gesundheitliches Problem ernst?", "Informiert und berät mich der Arzt ausführlich und verständlich?", "Erhalte ich vom Arzt Hinweise auf weiterführende Informationsquellen und Beratungsangebote?" - Das wären zum Beispiel Fragen, die man sich als Patient stellen könnte.

Auf der anderen Seite kann das Gesundheitssystem nicht mit absoluter Sicherheit gewährleisten, dass alle Ansprüche erfüllt werden. "Ärzte sind durch den Behandlungsvertrag zu einer fachgerechten Behandlung verpflichtet. Dass eine ärztliche Behandlung erfolgreich ist, können sie jedoch nicht garantieren", heißt es in der Broschüre. "Patienten versuchen, eine neue Rolle zu einzunehmen. Vom inaktiven, fremdbestimmten Patienten zum selbstbewussten Ko-Produzenten von Gesundheit", kommentierte der Sprecher der österreichischen Patientenanwälte, Gerald Bachinger. Dazu soll die Informationsschrift beitragen.

(S E R V I C E - "Kompetent als Patientin und Patient": http://go.apa.at/XhPUbzvA)

apa.at

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