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APA-Artikel 19. August 2013

IHK mischt sich ein in St. Galler Spitalplanung

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) St. Gallen-Appenzell mischt sich ein die St. Galler Spitalplanung: Sie hat am Samstag bürgerlichen Politikern eine Studie vorgestellt. Dieses Papier sieht Neubauten statt Sanierungen und weniger Spitäler dafür Gesundheitszentren vor.

Die St. Galler Regierung plant, die neun kantonalen Spitäler für 930 Millionen Franken zu erneuern. Darüber haben Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann (SP) und Baudirektor Willi Haag (FDP) in dieser Woche informiert. Sie sprachen von einem "Generationenprojekt". An den neun Spitalstandorten will die Regierung festhalten.

Dass die IHK ihre Studie am Samstag einer Schar ausgewählter Politikerinnen und Politiker bürgerlicher Parteien vorstellte, ist demnach kein Zufall. Die Medien wollte die IHK am Montag mit der Studie bedienen - mit Ausnahme des "St. Galler Tagblatts", das am Sonntag in der "Ostschweiz am Sonntag" hätte exklusiv darüber berichten sollen.

Vier Gesundheitszentren

Die favorisierte Variante der IHK-Studie sieht vor, die Akutspitäler Rorschach, Altstätten, Walenstadt und Flawil in ambulante Gesundheitszentren umzuwandeln. Das Spital Wattwil soll saniert, die Spitäler in St. Gallen und in Wil durch Neubauten ersetzt und das Spital Grabs geschlossen und in Buchs neu gebaut werden. Eine Zusammenfassung der IHK-Studie liegt der Nachrichtenagentur sda vor.

Neubauten ermöglichten eine prozessorientierte Leistungserbringung und erheblich bessere Betriebsabläufe und somit eine Senkung der Betriebskosten, insbesondere der Personalkosten, um 5 bis 15 Prozent. Und auch mit der Umstruktierung von vier Spitalstandorten in ambulante Gesundheitszentren könnten Kosten gesenkt werden, heisst es im IHK-Papier.

Regierung harrt der Studie

Die St. Galler Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann sagte am Samstag gegenüber der sda, sie könne die IHK-Studie nicht kommentieren. Weder sie noch ein anderes Mitglied der St. Galler Regierung sei zur Information eingeladen gewesen, noch sei sie von der Industrie- und Handelskammer mit der Studie bedient worden.

Heute sind die kantonalen Spitäler nach dem Modell "Quadriga" (Vierspänner") organisiert: St. Gallen, Rorschach und Flawil bilden eine Spitalregion, Wil und Wattwil eine zweite, das Spital Linth in Uznach die dritte; zur vierten Region gehören Altstätten, Grabs und Walenstadt. Die Spitäler beschäftigen rund 7400 Mitarbeitende.

Geht es nach der Regierung, soll sich der Kantonsrat Anfang 2014 mit der 930-Millionen-Vorlage befassen. Ende nächsten Jahres soll das Volk darüber entscheiden.

apa.at

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