zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 13. August 2013

Linzer Medizin-Fakultät - Oberösterreich drückt aufs Tempo

Nach dem positiven Ministerratsbeschluss für die Linzer Medizin-Fakultät drückt Oberösterreich aufs Tempo: Man werde die nötige Nationalratssitzung nicht abwarten, sondern sofort mit der Umsetzung beginnen, um im Wintersemester 2014/15 starten zu können, so LH Josef Pühringer (ÖVP) am Dienstag in einer Pressekonferenz. "Wir sind in allen Punkten total unter Druck", sagte Bürgermeister Franz Dobusch (SPÖ).

"Aus einer schweren Geburt werden die schönsten Kinder", bemühte Pühringer einmal mehr den Volksmund. Alle Parteien, die Stadt, das Land und die Johannes Kepler Universität (JKU) hätten an einem Strang gezogen und ein exzellentes Konzept vorgelegt. Linz und Oberösterreich würden als "Nettozahler in alle Kassen diese Republik" auf Dauer eine Voll-Universität anstreben, die Fakultät sei dabei ein wichtiger Schritt. Die universitäre Forschung in Kooperation mit der Wirtschaft werde künftig noch viel wichtiger, zeigte sich Dobusch überzeugt. Linz sei anderen Landeshauptstädten im Bildungsbereich bisher nachgehinkt. Er lobte den raschen Verhandlungserfolg mit den "Ministerial-Bürokraten".

Bildungslandesrätin Doris Hummer (ÖVP) sprach von einer Stärkung und Aufwertung des "Campuslandes Oberösterreich" und verwies darauf, dass 2028 im Vollausbau 1.800 angehende Mediziner in Linz studieren sollen. SPÖ-Landesrat Reinhold Entholzer zeigte sich ebenfalls erfreut und räumte augenzwinkernd ein: "Auch wenn nicht alle anderen Bundesländer zufrieden sind." Der ländliche Raum werde von einer zusätzlichen Ausbildungsstätte profitieren, so FPÖ-Klubobmann Günther Steinkellner zum Ärztemangel in diesen Regionen. Wenn Jugendliche ihr Studium in Oberösterreich beginnen, würden sie sich später dort auch niederlassen, erklärte die Grüne Gesundheitssprecherin Ulrike Schwarz. Die Fakultät werde die Sichtbarkeit der JKU unterstreichen, unterstützen und absichern, betonte Vizerektor Herbert Kalb.

Die Vorarbeiten zum Großprojekt starteten bereits Mitte Juli, im Oktober tagt erstmals der politische Lenkungsausschuss. Bis dahin sollen Konzepte zur Errichtung des Campus-Gebäudes sowie zur Übertragung der betroffenen Krankenanstalten AKH, Landes-Nervenklinik Wagner-Jauregg sowie Landes-Frauen- und Kinderklinik auf einen neuen Rechtsträger erarbeitet werden. Zudem muss mit den Gemeinden die Finanzierung von jährlich durchschnittlich acht Mio. Euro verhandelt werden.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben