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APA-Artikel 12. August 2013

Ausbau Kinderimpfprogramm - Gesundheitsminister Stöger: Impfung gegen HPV ab Februar kostenlos

Gesundheitsminister Alois Stöger hat heute, Montag, die nächste Erweiterung des kostenlosen nationalen Kinderimpfprogramms vorgestellt: Ab Februar 2014 ist die Impfung gegen HPV (Humane Papilloma-Viren) fixer Bestandteil. In der vierten Klasse Volksschule werden dann alle Mädchen und Buben ab vollendetem neuntem Lebensjahr kostenlos geimpft. Österreich ist europaweit das erste Land, das die Impfung beiden Geschlechtern kostenlos zur Verfügung stellt. "In den vergangenen fünf Jahren habe ich die Prävention immer in den Vordergrund gestellt. Gerade bei Kindern ist das sehr wichtig", betonte der Minister. Im Vorjahr wurde das Kinderimpfprogramm bereits um zwei kostenlose Impfungen - gegen Pneumokokken und Meningokokken - erweitert. Mit der Impfung gegen HPV gibt es nun dreizehn Impfungen. Für Gesundheitsminister Stöger ist das "ein wichtiger Beitrag für die Gesundheit unserer Kinder. Wir werden damit Leben retten können".

Finanziert wird die Impfung, wie das gesamte Kinderimpfprogramm, zu zwei Dritteln vom Bund und je einem Sechstel von Ländern und Sozialversicherung. "Gesundheitspolitik heißt Ausbau der Gesundheitsleistungen für die Menschen, dafür braucht es auch die entsprechende Finanzierung", erteilte Stöger jenen eine Absage, die Leistungen in diesem wichtigen Bereich einschränken wollen.

Pamela Rendi-Wagner, Sektionschefin für Öffentliche Gesundheit im Gesundheitsministerium, erläuterte, dass die Impfung ins bestehende Schulimpfprogramm eingehängt wird. Man habe sich für den HPV-Impfstoff entschieden, der den breitesten Schutz bietet - sowohl gegen die Karzinomtypen als auch gegen die Virustypen, die Genitalwarzen auslösen. Die Impfung - die kein Sicherheitsrisiko birgt - wird in zwei Dosen im Mindestabstand von sechs Monaten verabreicht; eine Notwendigkeit für Auffrischung ist nach derzeitigem Stand nicht gegeben. Auch bei Männern werden immer häufiger Karzinome durch HPV verursacht, daher werden auch Buben geimpft.

Der Präsident der Österreichischen Krebshilfe, Univ.-Prof. Paul Sevelda, begrüßt die Aufnahme der HPV-Impfung ins Kinderimpfprogramm als "die wichtigste gesundheitspolitische Entscheidung seit der Einführung des Mutter-Kind-Passes" und "Festtag für die Gesundheit zukünftiger Generationen". HPV verursache Gebärmutterhalskrebs und noch häufiger Genitalwarzen. Jährlich gibt es 60.000 auffällige Abstriche, die mit der Impfung deutlich reduziert werden können. Auffällige Zellen können zwar operativ entfernt werden, besser sei es aber, die Diagnose zu vermeiden. Die jährliche Vorsorgeuntersuchung wird aber nicht von der Impfung ersetzt.

Schon bisher hat der Gesundheitsminister mit dem Kindergesundheitsdialog und der daraus resultierenden Kindergesundheitsstrategie vieles für die Verbesserung der Gesundheit von Kindern erreicht. So wurde ihr Zugang zu gesunder Ernährung zum Beispiel mit der Initiative "Unser Schulbuffet" erleichtert. "Babys erstes Löffelchen" und die Reduktion des Salzgehalts in Brot und Gebäck sind weitere Initiativen. Im Rahmen der Gesundheitsreform werden in den nächsten Jahren weitere 150 Mio. Euro für Prävention zur Verfügung gestellt.

apa.at

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