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APA-Artikel 6. August 2013

Heinisch-Hosek/Stadler: Bis zu 4.500 neue Jobs in NÖ durch Gesundheits-Euro

"Für ein Drittel aller ArbeitnehmerInnen sind regelmässige Überstunden auf der Tagesordnung, das wollen wir ändern. Derzeit werden in Österreich jährlich ca. 300 Mio. Überstunden geleistet, der Großanteil davon von Männern. Diese Überstunden werden oft nicht abgegolten, rund ein Drittel davon wird gar nicht ausbezahlt", informiert Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek im Rahmen eines Pressegespräches bei ihrem Besuch in St. Pölten. Die vielen Überstunden bringen zudem die "Work-Life-Balance" aus dem Gleichgewicht, so Heinsch-Hosek: "Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird schwieriger und wer zu viel arbeitet, ist auch einem höheren Krankheitsrisiko ausgesetzt. Dabei ist es gerade heute wichtiger denn je, lange und gesund im Erwerbsleben zu bleiben. Eine gute Arbeit, das heißt für uns eine angemessene Arbeitszeit und nicht schuften bis zum Ausbrennen."

Um dieser Entwicklung entgegenzusteuern, benötigt es zusätzliche Maßnahmen im Bereich der betrieblichen Gesundheitsförderung. Zur Finanzierung soll ein sogenannter "Gesundheits-Euro" eingeführt werden: Für jede erbrachte Überstunde muss der/die ArbeitgeberIn jeweils einen Euro entrichten (bzw. 20 Euro monatlich bei All-in-Verträgen). Die eingenommen Mittel fließen zum Teil in Gesundheitsförderung, zum anderen Teil in arbeitsmarktpolitische Maßnahmen.

Der Gesundheits-Euro hat drei positive Effekte: - Weniger Überstunden werden angeordnet - Beschäftigte können die meist ungeliebten Überstunden reduzieren, sie bleiben länger gesund im Arbeitsprozess und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird erleichtert. - Arbeitszeit wird umverteilt - Teilzeitbeschäftigte haben die Möglichkeit Arbeitsstunden aufzustocken, wenn sie das möchten und Arbeitslose können in Beschäftigung gebracht werden. Österreichweit können bis zu 50.000 neue Jobs entstehen. - Investitionen in betriebliche Gesundheitsförderung und Arbeitsmarktprogramme - der Gesundheits-Euro bringt dafür ca. 200 Mio. Euro.

Wird für jede Überstunde ein Euro eingehoben, kann österreichweit mit Einnahmen in der Höhe von 200 Mio. Euro gerechnet werden, denn nach Einführung des Gesundheits-Euros würde sich die Anzahl der angeordneten Überstunden schätzungsweise um ein Drittel reduzieren.

"Auf NÖ entfallen davon 38 Mio. Euro, die für betriebliche Gesundheitsförderung und Arbeitsmarktprogramme eingesetzt werden könnten. Die mit der Einführung des Gesundheits-Euros verbundene Reduktion der Überstundenzahl hat zudem einen positiven Beschäftigungseffekt: Bis zu 4.500 neue Jobs könnten in NÖ geschaffen werden", rechnet der gf. Landesparteichef der SPÖ NÖ, Mag. Matthias Stadler, vor.

Die Situation der Überstundenleistenden in NÖ im Überblick: - Knapp 135.000 unselbständige Erwerbstätige leisten regelmäßig Überstunden - 93.000 von Männern und 41.800 von Frauen - Das sind ca. 20 Prozent aller in NÖ unselbstständig Erwerbstätigen - Sie machen im Schnitt 8,1 Überstunden in der Woche - Pro Jahr leisten sie ca. 57 Mio. Überstunden (inkl. Mehrarbeit aus Teilzeit)

Heinisch-Hosek und Stadler verweisen auf das jüngst präsentierte Frauenbarometer, das in Sachen betrieblicher Gesundheitsvorsorge ein ernüchterndes Ergebnis brachte: Knapp ein Drittel der Befragten (32 Prozent) gab an, dass es im Betrieb kein entsprechendes Angebot gibt, ein weiteres Viertel (25 Prozent) bemängelt das vorhandene Angebot als nicht ausreichend.

"Die Studie zeigt, dass wir bei der betrieblichen Gesundheitsförderung Nachholbedarf haben. Mit den zusätzlichen Einnahmen aus dem Gesundheits-Euro können auch in NÖ Unternehmen Maßnahmen gesetzt werden, um das Betriebsklima zu verbessern, die Produktivität und Motivation zu steigern sowie die Arbeitsbelastung und die Krankenstände zu reduzieren", erklären Bundesministerin Heinisch-Hosek und Landesparteichef Stadler. Abschließend wird betont, dass neben der Forcierung von Gesundheitsförderungs-Maßnahmen auch zusätzliche Arbeitsmarktprogramme finanzierbar wären: "Mit den übrigen Einnahmen des Gesundheits-Euros kann das bestehende Angebot des AMS - speziell Umschulungs- und Qualifizierungsmaßnahmen - ausgebaut werden", so Heinisch-Hosek und Stadler.

apa.at

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