zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 25. Juli 2013

WKÖ-Gleitsmann zu IHS-Studie: Alkoholkrankheit verursacht enorme soziale und volkswirtschaftliche Schäden

"Die aktuelle Erhebung des Instituts für höhere Studien zeigt klar auf, dass Alkoholkrankheit großes menschliches Leid aber auch enorme Schäden für die Wirtschaft verursacht", betont Martin Gleitsmann, Leiter der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Die Daten sind alarmierend: Rund 10% der ÖsterreicherInnen werden im Laufe ihres Lebens alkoholkrank, wobei 17% der Bevölkerung 73% der gesamten Alkoholmenge konsumieren. Laut OECD-Zahlen von 2009 liegt Österreich im internationalen Vergleich an dritter Stelle beim Pro-Kopf-Alkoholkonsum.

Teure Konsequenzen Unternehmen, die mit der Alkoholkrankheit eines Mitarbeiters konfrontiert sind, leiden nicht nur unter einer erheblichen Belastung des Betriebsklimas, unter sinkender Arbeitsleistung des Betroffenen und höherem Unfallrisiko. Für die Wirtschaft hat Alkoholkrankheit auch teure Konsequenzen: Bis zur 6. Woche tragen Dienstgeber die Krankenstandskosten allein, bis zur 10. Krankenstandswoche immerhin noch 50%. "Unternehmen tragen die Kosten für Produktivitätsausfall und Wiedereingliederung der Betroffenen. Allein 2011 betrug der Produktivitätsausfall durch überhöhten Alkoholkonsum rund 442 Millionen Euro. Die Krankengeldkosten der Krankenkassen, die erst ab der 7. Woche des Krankenstandes übernommen werden, betrugen 6,6 Millionen Euro. Die davor von den Arbeitgebern zu tragendenden Gehaltsfortzahlungen sind darin noch gar nicht berücksichtigt", erläutert der WKÖ-Experte.

Gleitsmann: "Die Fakten zeigen: Hier ist dringender Handlungsbedarf gegeben. Unternehmen versuchen derzeit schon Mitarbeitern mit Alkoholproblemen zu helfen und bei Therapien zu unterstützen Doch Therapien setzen derzeit sehr spät an - oft zu spät, wenn schon großer sozialer und wirtschaftlicher Schaden entstanden ist. Notwendig ist der Ausbau eines niederschwelligen Zuganges zur Behandlung und Betreuung von Personen mit übermäßigem Alkoholkonsum. Auch gezielte Aufklärungskampagnen, um die Tabuisierung von Alkoholproblemen bei Jugendlichen zu beenden, wären wünschenswert. Aus unserer Sicht ist hier das Gesundheitsministerium am Zug, um einen umfassenden Masterplan zur Bekämpfung von Alkoholsucht zu erstellen, denn diese Krankheit verursacht nicht nur persönliches Leid, sondern hat auch gravierende negative Konsequenzen für die Volkswirtschaft."

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben