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APA-Artikel 24. Juli 2013

Gesundheitsreform: Steirische Leistungserbringer fordern mehr Gehör

Steirische Vertreter der Gesundheitsprofessionen - von der Ärzte- und Apothekerkammer über Rettungsdienste bis zu den Psychotherapeuten - fordern mehr Einbindung bei der Planung der Umsetzung der Gesundheitsreform in der Steiermark. Gleichzeitig hat die im Plattform der Gesundheitsprofessionisten am Mittwoch ein "Dossier der Mängel in der Gesundheitsversorgung" aus der Sicht der Gesundheitssparten präsentiert.

Der "Runde Tisch der steirischen Gesundheitsprofessionen" ist im Frühjahr 2012 von rund 20 Organisationen und Berufsvertretungen aus dem Gesundheitsbereich aus der gemeinsamen Besorgnis über die künftige Entwicklung des sozialen Gesundheitswesens ins Leben gerufen worden. Sie fühlen sich bei der Gestaltung der Landes-Zielsteuerungsverträge zur Umsetzung der Gesundheitsreform ausgegrenzt.

"Wir sind keine Reformverweigerer - aber wir wollen gehört werden und wollen mitgestalten", erklärte Jörg Garzarolli, Vizepräsident steirische Ärztekammer. "Wir haben bisher eine Reform, aus der die Leistungserbringer ausgeschlossen sind: Funktionäre und Politiker wollen deklarieren, was den Menschen gut tut. Wir wollen eine Einbindung in die Ausgestaltung der Vorhaben", forderte Gerhard Kobinger, Präsident der Apothekerkammer Steiermark. Dringlich wären laut Kobinger Sitz und Stimme in der Gesundheitsplattform und der Zielsteuerungskommission sowie eine Abgeltung der Mehrleistungen der Apotheker im Zuge der Implementierung der E-Medikation.

Untermauert werden die Forderungen durch ein am Mittwoch präsentiertes rund 30-seitiges Dossier. Darin legen die Berufsvertretungen eine Sammlung der Problembereiche in der Gesundheitsversorgung und ihre Befürchtungen dar. Beispielsweise würden für das ab Oktober geplante Vorsorge-Mamma-Screening in der Steiermark um 10 Euro geringere Honorare im Vergleich zu anderen Bundesländern gezahlt: "Wenn keine Bereitschaft vonseiten der GKK (Gebietskrankenkasse, Anm:) kommt, kann es durchaus sein, dass es das Screening auf Kasse in der Steiermark nicht geben wird", warnte Garzarolli.

Für die kinderpsychiatrische Versorgung wiederum wären laut Dossier 15 zusätzliche Fachärzte erforderlich. Im niedergelassenen Bereich würden die Kassenhonorare für Psychotherapeuten um 35 Prozent unter dem Kollektivvertrag angestellter Psychotherapeuten liegen: "Das führt dazu, dass Psychotherapie als 'Nebenberuf' ausgeführt wird, was wir sicher nicht wollen", ergänzte und bemängelte Alexander Sadilek vom Landesverband für Psychotherapie im Pressegespräch. Für Ergotherapie wiederum erhalten steirische Versicherte nur einen Zuschuss von 25 Euro pro Behandlung bei einem Selbstbehalt von 40 Euro. Weitere Mängel führt das Dossier u.a. im Bereich der Bezahlung der Behandlung von Lymphödemen durch Heilmasseure an. Einen Ersatz der Transportkosten von ausländischen Patienten ohne Versicherungskarte wünscht sich die Rettungsorganisation "Grünes Kreuz". Die entfallenen Vergütungen hätten im Vorjahr 250.000 Euro ausgemacht.

apa.at

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