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APA-Artikel 18. Juli 2013

Berufsverbot für Abtreibungsärztin nun unbefristet

Die umstrittene Wiener Abtreibungsärztin hat von der Österreichischen Ärztekammer (ÖAK) am Donnerstag ein unbefristetes Berufsverbot ausgesprochen bekommen. "Die Bedingungen, die im Rahmen der Begehung (der Praxis, Anm.) am Dienstag vorgefunden wurden sowie eine Anzeige eines Wiener Spitals haben zu dieser Maßnahme geführt", sagte Artur Wechselberger, Präsident der Österreichischen Ärztekammer der APA.

Mit dem unbefristeten Berufsverbot ist eine Streichung aus der Ärzteliste verbunden. Gegen den Bescheid können aber Rechtsmittel eingelegt werden. Die Expertise, die nach der Begehung von zwei Sachverständigen angefertigt wurde, ergab, dass die Vertrauenswürdigkeit und die Patientensicherheit nicht mehr gegeben seien, kommentierte ÖAK-Sprecher Martin Stickler. Die "belegten Sachverhalte" bezüglich der hygienischen Bedingungen wie auch der fachspezifischen Qualitätsstandards konkretisieren, wollte die ÖAK nicht kommentieren.

Bereits am vergangenen Freitag hatte die Magistratsabteilung 40 aufgrund der Anzeige der Krankenhauses an die Staatsanwaltschaft auf der Basis von Paragraf 62 des Ärztegesetztes ein temporäres Berufsverbot verhängt. Die Ordination der Wiener Allgemeinmedizinerin, welche in den vergangenen Jahren (bis zu Jahrzehnten) eine Quasi-Abtreibungsklinik betrieben hat, ist seit Dienstag durch die MA 40 wegen "Gefahr in Verzug" geschlossen.

Publik wurde Fall am 11. Juli, als die Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz von sieben Fällen schwerer Komplikationen, die ihr bekannt geworden seien, berichtete. Wobei die Ärztin, die im Bezirk Neubau praktizierte, seit vielen Jahren immer wieder in Medienberichten, auch über Gerichtsprozesse, aufgetaucht ist. In den vergangenen vier Jahren seien 16 Mal Frauen von der Ordination wegen Komplikationen mit der Rettung ins Krankenhaus gebracht worden. Die Patientenanwältin: "Die Gebärmutter wurde durchstoßen. Die Patientinnen haben schwere Blutungen erlitten. Manchen mussten innere Organe entnommen werden und sie sind in der Folge für ihr Leben gezeichnet."

Den Ausschlag für das Berufsverbot gab schließlich eine Anzeige eines Wiener Krankenhauses, in dem eine Patientin der Wiener Abtreibungsärztin wegen einer schweren Komplikation behandelt werden musste. Die Ärztin hätte am 11. Juni mit der Patientin die gynäkologische Abteilung des Krankenhauses aufgesucht. Die Frau wurde mit Verdacht auf Gebärmutterperforation sofort stationär aufgenommen und noch in derselben Nacht notoperiert. Die Komplikation soll von der Abtreibungsärztin offenbar gar nicht erkannt worden sein

apa.at

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