zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 18. Juli 2013

Rega beim Heli-Einsätzen im Kanton Aargau weiterhin zweite Wahl

Das Aargauer Gesundheitsdepartement hat im Streit um den Einsatz von Rettungshelikoptern entschieden und die Situation unverändert belassen. Dies bedeutet, dass bei Verfügbarkeit weiterhin der TCS/AAA-Heli aufgeboten wird. Wenn dies nicht geht, kommt die Rega-Maschine zum Einsatz.

Die Schweizerische Rettungsflugwacht Rega und die Alpine Air Amublance (AAA), an welcher der TCS beteiligt ist, machen sich im Kanton Aargau seit diesen Frühling die Rettungsflüge streitig. Weil sich die Streithähne nicht auf eine gemeinsame Koordination der Rettungseinsätze einigen konnten, sprach der Kanton nun ein Machtwort.

Die Einsatzleitstelle am Kantonsspital Aarau wird künftig weiterhin den auf dem Flugplatz Birrfeld stationierten TCS/AAA-Helikopter in die Lüfte schicken. Ist er nicht verfügbar oder ist ein Rettungseinsatz im unteren Fricktal notwendig, kommt die Rega zum Zug.

Gute Zusammenarbeit fortsetzen

Die AAA erfülle sämtliche gesetzlichen Bedingungen als Transport- und Rettungsunternehmen und sei im Besitze der entsprechenden Bewilligungen, begründet das aargauische Departement Gesundheit und Soziales den Entscheid in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Zudem seien die im Rahmen der bisherigen Übergangslösung gemachten Erfahrungen positiv. Die Zusammenarbeit zwischen der Einsatzleitstelle und der AAA habe sich im Alltag bewährt.

Mit dem TCS/AAA-Heli stehe den Patienten und Patientinnen im Kanton Aargau ein zusätzliches Rettungsmittel zur Verfügung, das über einen Notarzt verfüge und sehr schnell am Einsatzort sei, heisst es in der Mitteilung weiter.

Rega steht weiterhin zur Verfügung

AAA und TCS begrüssen in einer gemeinsamen Mitteilung den Entscheid "zugunsten der Bevölkerung". Der Beschluss das Aargauer Gesundheitsdepartementes ermögliche eine professionelle und schnelle Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Die Rega nehme den Entscheid zur Kenntnis und respektiere ihn, teilte die Rega mit. Für die operative Tätigkeit ändere sich nichts. Die Rega steht der Aargauer Bevölkerung nach wie vor rund um die Uhr mit ihrem gesamten Einsatzspektrum zur Verfügung.

Diskussion im Einsatz-Wirrwarr

Die Diskussionen waren Anfang Juli neu entflammt, als es um die Rettung eines vierjährigen Knaben ging, der in Spreitenbach AG aus dem Auto gefallen und von einem zweiten Auto überfahren worden war. Die Aargauer Einsatzzentrale hatte ein Ambulanzfahrzeug losgeschickt und die AAA vorinformiert, deren Heli nur unweit von Spreitenbach entfernt stationiert war.

Dann ging die Koordination des Rettungseinsatzes an "Schutz und Rettung Zürich" über, wo man die Rega anforderte, wie die "Weltwoche" berichtete. Da der nächstgelegene Rega-Heli nicht verfügbar war, dauerte es 25 Minuten, bis die Rega-Maschine aus Basel-Mulhouse in Spreitenbach eintraf.

Der Knabe verstarb noch auf der Unfallstelle. Ein früheres Eintreffen eines Helis hätte sein Leben trotzdem nicht gerettet.

TCS mit 25 Prozent beteiligt

Die Alpine Air Ambulance (AAA) wurde 2011 gegründet und ist ein gemeinsames Unternehmen der Lions Air Group und des Touring Club Schweiz (TCS). Der TCS ist massgeblich an der AAG beteiligt, hält jedoch nicht die Aktienmehrheit. Hauptaktionär ist das seit über 25 Jahren bestehende Aviatikunternehmen Lions Air Group AG.

Insgesamt verfügt die Lions Air Group AG über eine Flotte von neun Flugzeugen, neun Helikoptern und mehreren Ambulanzfahrzeugen. Zwei Helikopter und zwei Bodenambulanzen sind TCS-gebrandet.

Der TCS sieht das Angebot als Ergänzung zur Rega, die über 17 Helikopter verfügt. Gemäss Rega erfüllt der Helikopter von AAA/TCS "insbesondere bei Nachteinsätzen aktuelle Anforderungen an einen modernen Rettungshelikopter bezüglich der Ausrüstung nicht".

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben