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APA-Artikel 12. Juli 2013

Abtreibungsärztin - Anzeige erstattet

Die erwartete Strafanzeige gegen die Wiener Abtreibungsärztin, in deren Ordination es laut der Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz zu zahlreichen schweren Komplikationen gekommen ist, wurde am Freitag erstattet. Dies teilten die Patientenanwältin und die Magistratsabteilung 40 (MA 40) der APA mit.

Die Anzeige sei sowohl an die Behörde als auch an die Staatsanwaltschaft ergangen. Paragraf 62 des Ärztegesetzes von 1998 ermögliche damit die vorläufige Untersagung der Berufsausübung, sobald ein Strafverfahren wegen grober Verfehlungen bei Ausübung des ärztlichen Berufes eingeleitet worden ist und Gefahr im Verzug vorliege. Auf dieser gesetzlichen Basis prüfe die MA 40 aktuell eine Verhängung des temporären Berufsverbotes.

"Das Spital, das jene Frau behandelt hat, die am 11. Juni bei der Ärztin eine Interruption durchführen hat lassen und bei der die Gebärmutter perforiert wurde, hat die Anzeige erstattet. Sie liegt mir vor. Die Anzeige ist im Postweg", erklärte zunächst die Patientenanwältin Freitag am Vormittag gegenüber der APA. Schließlich kam die Bestätigung des Vorliegens von der MA 40.

Die Anzeige laute auf "Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung". Sigrid Pilz: "Die Frau hatte am 11. Juni um Mittag eine Interruption durchführen lassen. An jenem Tag ist sie dann um 21.30 Uhr mit der Ärztin ins Spital gekommen. Die Patientin war schwer schockiert, hatte starke Unterbauchschmerzen. Bei der Untersuchung wurden dann die Verletzungen festgestellt." Die Situation sei für die Betroffene bedrohlich gewesen.

Laut Magistratsabteilung 40 gibt es zwar die Möglichkeit, ein temporäres Berufsverbot für einen Arzt oder eine Ärztin auszusprechen. Voraussetzung dafür ist aber, dass die zuständige Staatsanwaltschaft ein Verfahren eingeleitet hat und dies der Behörde mitteilt.

Das Berufsverbot gilt dann auch nur für die Dauer des Strafverfahrens und muss danach wieder aufgehoben werden, egal wie das Verfahren ausgegangen ist. Ein permanentes Berufsverbot könnte demnach nur die Österreichische Ärztekammer aussprechen.

apa.at

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