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APA-Artikel 10. Juli 2013

Anti-Raucher-Regeln: Gesundheit contra Wirtschaftsinteressen

Der Gesundheitsausschuss des EU-Parlaments stimmt Mittwochnachmittag über die Tabakrichtlinie ab. Dabei geht es um Kern um ein Abwägen von Gesundheit und Wirtschaftsinteressen. Zuletzt hatten sich die EU-Gesundheitsminister Ende Juni darauf verständigt, dass künftig 65 Prozent der Fläche von Zigarettenpackungen mit Warnhinweisen und Schockbildern versehen werden sollen. Dies soll vor allem die Jugend vom Einstieg ins Rauchen abhalten.

Der CDU-Europaabgeordnete Karl-Heinz Florenz ist ebenfalls für 65 Prozent. Die vorgeschlagenen 75 Prozent seien "reichlich", es gebe ja auch einige andere Staaten, die nur 40 bis 50 Prozent wollten. Jedenfalls müsse schon der Markenname aufscheinen können.

Bei der Frage der Zusatzstoffe tritt Florenz dafür ein, dass die europäische Gesundheitsbehörde eine "Positivliste" erstellt. Derzeit seien rund 700 Chemikalien bei den Zusatzstoffen erlaubt. Das Ergebnis der Studie zur Positivliste sollte in einigen Jahren vorliegen. Allerdings brauche man bis dahin eine Übergangsregelung.

Jedenfalls sei er "sehr dafür, dass irreführende Werbung verboten" werden solle. Wenn beispielsweise eine Zigarettenpackung mit dem Namen "Vitality" werbe, würden Jugendliche eher angesprochen, mit dem Rauchen anzufangen. Dies sollte untersagt werden. Auch neue Zigarettenschachteln, die besonders schmal sind und an Parfum-Verpackungen erinnern, und in denen die Glimmstängel süchtigmachende Produkte enthalten, müssten verboten werden.

Der ÖVP-Europaabgeordnete Richard Seeber wandte sich gegen eine "überbordende Verpackungs-Regulierung". Die EU sollte sich darauf konzentrieren, Jugendliche vom Rauchen abzuhalten. Es gehe nicht darum, die Selbstbestimmung des Menschen einzuschränken, sondern auf mögliche Risiken hinzuweisen. Außerdem "muss man den Rauchern das sicherste Produkt anbieten. Tabak soll nach Tabak schmecken und nicht der Einstieg ins Rauchen durch Zusatzstoffe wie Menthol und Vanille schmackhaft gemacht werden".

Seeber verwies darauf, dass Rauchen fast 700.000 Menschen in Europa das Leben koste. Rund 94 Prozent aller Raucher würden vor dem 25 Lebensjahr mit dem Paffen beginnen. Die österreichische Apothekerkammer rechne allein in Österreich mit bis zu 14.000 Todesfällen jährlich durch Rauchen.

Nach der Abstimmung im Plenum muss die Regelung noch von den Regierungen der EU-Staaten abgesegnet werden.

apa.at

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