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APA-Artikel 9. Juli 2013

Tarifstreit von GKK und Rotem Kreuz nach Landesdruck beigelegt

Der sanfte, aber bestimmte Druck der steirischen Landesregierung machte es letztlich möglich: Das steirische Rote Kreuz und die Gebietskrankenkasse haben rückwirkend mit 1. Juli den vertragslosen Zustand hinsichtlich Finanzierung der Krankentransporte beendet. Das gaben Rotes Kreuz, GKK und die Spitzen der Landesregierung am Dienstag in einer Pressekonferenz in Graz bekannt. Beide Seiten werden versuchen, bis Ende 2014 verschiedene Synergien in der Administration und bei der Einschätzung der Notwendigkeit von Transporten bzw. bei der Terminfestsetzung zu heben. Das Land Steiermark stellt über ein Projekt des Regionalen Gesundheitsfonds zur Überbrückung rund 2,5 Mio. Euro zur Verfügung.

LH Franz Voves (SPÖ) erklärte, "ab sofort herrscht kein vertragsloser Zustand mehr". Sein Stellvertreter Hermann Schützenhöfer (ÖVP) sprach von "einer fairen Lösung, die es ermöglicht, dass sich keiner über den Tisch gezogen fühlt". Die Gespräche waren vergangene Woche auf Initiative des Landes intensiviert worden.

Laut Gesundheitslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder (ÖVP) werde über den Gesundheitsfonds ein Projekt "Optimierte Krankentransporte" ins Leben gerufen, das die Verbesserung folgender Parameter begleiten und evaluieren soll: Erstens gehe es darum, bei Termintransporten Synergien zu heben. Hierbei soll es auch einen Vergleich zwischen den Bundesländer und der Situation in der Steiermark geben. Alle niedergelassenen Ärzte bzw. jene in Ambulanzen und Spitälern würden ja einschätzen können, ob z. B. die fehlende Gehfähigkeit eines Patienten einen Transport erforderlich mache oder dieser sitzend oder liegend durchgeführt werden könne.

Zweitens, so die Gesundheitslandesrätin, müssten ja Termintransporte nicht unbedingt mit dem Jumbo (Notarztwagen, Anm.) gemacht werden. Drittens gehe es um Verwaltungsvereinfachungen, zum Beispiel einmalige elektronische Eingaben oder in Bezug auf Pauschalsätze beim Transport. Das Projekt gelte rückwirkend ab 1. Juli - dem Beginn des vertragslosen Zustandes nach dem seit 2012 dauernden Zwist - und dauere bis 31. Dezember 2014. "Das gibt Zeit, dass alle Maßnahmen schrittweise umgesetzt werden können. Wir gehen davon aus, dass 2015 eine neue Situation geschaffen ist", sagte Edlinger-Ploder. Voves meinte in diesem Zusammenhang, dass es ja früher auch üblich gewesen sei, trotz eines Gipsverbandes nicht mit dem Rettungsauto, sondern z. B. mit der Tram zur Ambulanz zur Kontrolle zu kommen.

Die Chefs der beiden Streitparteien, GKK-Obmann Josef Pesserl und der neue RK-Steiermark-Präsident Werner Weinhofer, zeigten sich erleichtert über die Einigung. Man werde eine höhere Treffsicherheit bei Krankentransporten erreichen, so Pesserl, der auch die um vier Prozent höheren Tarife akzeptierte. "Die Einigung ist ein Paket, von dem alle Beteiligten profitieren können", so Pesserl. Weinhofer bedankte sich bei den Rotkreuz-Mitarbeitern, die in den vergangenen Tagen vieles zu leisten hatten, um Patienten bei Rettungswagentransporten zu informieren.

Laut einem GKK-Sprecher dürften bisher keine Zahlscheine an Patienten hinausgegangen sein. Als die Gespräche begannen, habe man noch am Freitag den Postversand gestoppt. Die Zahlungsaufforderungen per Erlagschein seien jedenfalls nun gegenstandslos. Bei der GKK rechnet man durch den nun etwas höheren Tarif von vier Prozent mit einem Mehraufwand von rund 1,5 Mio. Euro.

apa.at

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