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APA-Artikel 5. Juli 2013

OÖ-Salzburger Streit um Med-Fakultät: Geschichtsbücher werden bemüht

Im Streit zwischen Salzburg und Oberösterreich, wer die älteren Rechte an einer medizinischen Fakultät habe, hat Oberösterreich in den Archiven gekramt. Das Ergebnis: Der Landtag habe bereits 1887 die Forderung danach erhoben, Salzburg erst 1962, so LH Josef Pühringer (ÖVP) am Freitag. Er hatte sich am Dienstag mit dem Bund grundsätzlich über die Finanzierung einer universitären Ärzteausbildung in Linz geeinigt.

"Aufgrund des großen Ärztemangels, der vom Primararzt der OÖ Landes-Irrenanstalt Dr. Franz Schnopfhagen kritisiert wird, fordert der OÖ Landtag die Errichtung einer Chirurgischen Lehranstalt in Linz", heißt es im Abschnitt 1887 der oö. Ärztechronik. 1892 ersuchte das Land dann um die Errichtung einer medizinischen Fakultät. Beide Ansuchen wurden allerdings von der Regierung abgelehnt.

Dass Pühringer zuletzt mehr Erfolg hatte, stieß im Nachbarbundesland nicht auf ungeteilte Freude: Der Arbeitsausschuss der Salzburger Landesregierung bereitet eine Klage beim Verfassungsgerichtshof vor, mit der die Vergütung des klinischen Mehraufwandes an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in der Landeshauptstadt eingeklagt werden soll. Es sei nicht einzusehen, dass Salzburg allein die Lasten zu tragen habe. Man habe gegenüber Oberösterreich die älteren Rechte, die beispielsweise schon bei der Wiedererrichtung der Salzburger Universität im Jahr 1962 und auch im Universitäts-Organisationsgesetz 1974 festgehalten worden seien.

"Wir finden das etwas seltsam, schauen aber einer solchen Klage gelassen entgegen", reagierte Pühringer auf die Salzburger Ankündigung. Er mahnte allerdings die Solidarität der Bundesländer ein. "Denn durch solche Aktionen wird die Position der Länder gegenüber dem Bund nur geschwächt."

Skeptisch gegenüber einer Linzer Medizinfakultät äußerte sich am Freitag auch die niederösterreichische Ärztekammer: Ganz Österreich steuere zwar auf einen Ärztemangel hin, dieser könne aber nicht mit einer zusätzlichen Uni bekämpft werden, so die stellvertretende Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzte, Martina Hasenhündl, in einer Presseaussendung. Um die Versorgung sicherzustellen brauche es vielmehr "vernünftige Arbeitsbedingungen" für die Mediziner.

apa.at

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