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APA-Artikel 5. Juli 2013

8.360 Studienwerber stellten sich neuem Medizin-Aufnahmetest

8.360 Studienwerber haben sich am Freitag dem neugestalteten Aufnahmetest an den Medizin-Unis Wien, Graz und Innsbruck gestellt. In Wien absolvierten 4.515 Teilnehmer den Test und rittern dabei um 740 Studienplätze, in Innsbruck waren 2.109 Studienwerber (für 400 Plätze) am Start, in Graz 1.736 (für 360 Plätze), teilten die Unis mit. 75 Prozent der Studienplätze sind laut einer Quotenregelung für Personen mit österreichischem Maturazeugnis reserviert, 20 Prozent gehen an Bewerber aus EU-Staaten und fünf Prozent an Kandidaten aus Drittstaaten.

Damit haben knapp 80 Prozent der 10.643 an den drei Unis angemeldeten Kandidaten am Test teilgenommen. Immerhin knapp 2.300 ließen die Teilnahmegebühr von knapp 100 Euro dagegen verfallen.

Heuer war der Aufnahmetest an allen drei Unis jeweils für Humanmedizin (MedAT-H) und Zahnmedizin (MedAT-Z) erstmals einheitlich gestaltet. Der MedAT-H besteht aus einem Test über das schulische Vorwissen aus den Bereichen Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, einem Test zur Überprüfung der Lesekompetenz und des Textverständnisses sowie einem Teil zur Bewertung der "Kognitiven Fähigkeiten und Fertigkeiten", der wiederum die vier Aufgabengruppen "Zahlenfolgen", "Gedächtnis und Merkfähigkeit", "Figuren zusammensetzen" sowie "Mathematisches Denken" umfasst.

Der MedAT-Z umfasst den Wissenstest, einen Testteil zur Überprüfung manueller Fertigkeiten (Drahtbiegen und Zeichnen) sowie einen gegenüber dem MedAT-H verkürzten Testteil "Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten" (Zahlenfolgen, Gedächtnis und Merkfähigkeit, Figuren zusammensetzen). Teststart war um 09.40 Uhr, bis ca. 17.00 wurde mit einer Pause durchgearbeitet. Die Ergebnisse werden Anfang August bekanntgegeben.

Für die Entwicklung des Tests wurden sämtliche Lehrende der drei Medizin-Unis befragt, was es brauche, um ein guter Arzt bzw. Student zu sein. Anhand der Antworten wurden die einzelnen Module entwickelt, so die Vizerektorin der Medizin-Uni Wien, Gutierrez-Lobos, vor dem Test vor Journalisten

Der Test soll laufend evaluiert und adaptiert werden. Im kommenden Jahr soll auch soziale Kompetenz abgefragt werden. "Da ist es aber sehr schwierig, das sinnvoll zu testen. Deshalb dauert die Konzeption etwas länger." Außerdem plädiert die Vizerektorin dafür, auch Vorerfahrungen im sozialen Bereich für das Aufnahmeverfahren zu berücksichtigen. "Wenn jemand etwa schon während der Schule ein Sozialpraktikum gemacht hat, sollte das auch eine Rolle spielen."

"Kein Thema" für heuer ist die umstrittene "gendergerechte Auswertung" des Tests im Vorjahr an der Medizin-Uni Wien. Dabei wurden die Ergebnisse nach Geschlechtern getrennt ermittelt. Das führte dazu, dass Frauen trotz identer oder niedrigerer Punktezahl einen höheren Testwert als Männer aufwiesen und deshalb einen Studienplatz bekamen.

Grund dafür waren die stark unterschiedlichen Testergebnisse von Männern und Frauen. "Wir gehen davon aus, dass Männer und Frauen gleich gescheit sind", so Gutierrez-Lobos. "Wenn die Resultate dann so unterschiedlich sind, kann was beim Test nicht stimmen." Weil man aber beim alten aus der Schweiz angekauften Eignungstest nicht die Herrschaft über das Testverfahren gehabt habe, habe man über die Ergebnisse reagiert. "Das Missverhältnis zwischen Männern und Frauen war mir zu hoch."

Die derzeitige Drop-Out-Quote an der Medizin-Uni Wien beträgt nur mehr rund 15 Prozent. Das habe aber nicht nur mit dem Aufnahmetest zu tun, sondern vor allem mit dem seit 2004 geltenden neuen Studienplan. Bemerkenswert: Seit den 1990er-Jahren gibt es rund 800 Medizin-Absolventen pro Jahr in Wien - früher habe es allerdings bis zu 2.000 Anfänger gegeben, so Gutierrez-Lobos. Derzeit werden 740 Personen pro Jahr zugelassen.

apa.at

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