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APA-Artikel 1. Juli 2013

Linzer Medizin-Fakultät: Uni will auf Sonderregeln verzichten

Die Universität Linz will von den geplanten umstrittenen Übergangsregeln im Universitätsgesetz (UG) bei einer möglichen Gründung einer medizinischen Fakultät keinen Gebrauch machen. Die Regelung, die in dieser Woche im Nationalrat beschlossen werden soll, würde ermöglichen, dass Klinikvorstände einer Krankenanstalt übergangsweise Einrichtungen der Universität leiten dürfen, ohne ein entsprechendes Qualifikationsverfahren der Uni durchlaufen zu haben.

An den derzeitigen Medizin-Unis sind die Lehrenden gleichzeitig an den Krankenanstalten in der Patientenversorgung tätig - in Linz soll dieses Verhältnis zunächst umgedreht werden: Das Personal der Krankenanstalten (Landesbedienstete) soll auch in Lehre und Forschung tätig sein. Darüber hinaus sollen Leiter einer Organisationseinheit der Krankenanstalt für drei Jahre provisorisch auch eine Organisationseinheit der Medizin-Fakultät leiten dürfen - der Vorstand der Abteilung für Interne Medizin würde demnach etwa ohne universitäres Verfahren zum Leiter der künftigen Uni-Klinik für Interne Medizin bestellt werden können. Erst nach drei Jahren müsste er entweder selbst eine Professur erlangt haben oder einem Professor Platz machen.

Gegen diese Regelung war unter anderem die Universitätenkonferenz (uniko) Sturm gelaufen und hatte die Einhaltung universitärer Standards eingemahnt. Die Uni Linz kündigte nun in einer Aussendung an, "dass sie keinesfalls beabsichtigt, diese Übergangsbestimmung bei der Implementierung einer Medizinischen Fakultät zu nutzen. KlinikchefIn soll von Anfang an jeweils nur ein/e berufene ProfessorIn sein."

Stattdessen wäre eine Übergangsbestimmung ausreichend, durch die Abteilungen der Universitätskrankenanstalt sukzessive in den klinischen Bereich integriert werden können. Jede Einheit der Krankenanstalt soll erst dann in die Uni überführt werden, bis die betreffende facheinschlägige Professur nach Durchführung des gesetzlich vorgeschriebenen Ausschreibungs- und Berufungsverfahrens besetzt ist und der neu berufene Professor die Leitung übernehmen kann.

Morgen, Dienstag, findet im Finanzministerium die nächste Arbeitssitzung zur Einrichtung einer Medizin-Fakultät an der Uni Linz statt. Eine endgültige Entscheidung ist dabei aber unwahrscheinlich. Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) hatte zuletzt angekündigt, die aus Vertretern von Wissenschaftsministerium, Universitätenkonferenz, Fachhochschulkonferenz, Uni-Senaten, Wissenschaftsrat und HochschülerInnenschaft (ÖH) zusammengesetzte Hochschulkonferenz mit der Frage befassen zu wollen. Diese tagt erst in der kommenden Woche.

apa.at

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