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APA-Artikel 26. Juni 2013

Tarifstreit: Gemeinsamer Appell aller steirischen Krankenversicherungsträger an das Rote Kreuz

"Das Rote Kreuz verschwendet Zehntausende Euro für kostspielige Propaganda-Kampagnen, in denen die Bevölkerung völlig falsch informiert wird. Stattdessen sollte das Rote Kreuz den Steirerinnen und Steirern lieber einen vertragslosen Zustand und damit finanzielle Mehrbelastungen ersparen", appelliert STGKK-Obmann Josef Pesserl. Das Angebot der steirischen Krankenversicherungsträger liegt auf dem Tisch, der Ball beim Roten Kreuz, das den Vertrag einseitig gekündigt hat. Die Zeit drängt!

Derzeit bezahlen die steirischen Krankenversicherungsträger für das Rettungs- und Krankentransportwesen bereits das Dreifache dessen, wofür sie zuständig sind - nämlich 29 Millionen Euro pro Jahr. Das Angebot der Krankenversicherung würde dem Roten Kreuz jährliche Mehreinnahmen von rund 800.000 Euro bringen. Dieses Angebot wird vom Roten Kreuz in verantwortungsloser Weise abgelehnt.

Dazu kommt: Durch den sogenannten "Rettungseuro", den nur das Rote Kreuz erhält, fließen pro Jahr mehr als acht Millionen Euro an öffentlichen Geldern aus den Gemeinden in die Kassen des Roten Kreuzes. Das Land Steiermark steuert zusätzlich etwa zehn Millionen Euro bei. Und: Kein anderes Krankentransportunternehmen kann auf so viele ehrenamtliche Mitarbeiter und Zivildiener zurückgreifen.

Das Rote Kreuz - ein Fass ohne Boden? Sieht fast so aus: Andere Krankentransportunternehmen haben sich trotz nachteiliger Rahmenbedingungen - sie bekommen weder einen "Rettungseuro" noch Gelder vom Land - mit den Krankenversicherungsträgern geeinigt. Trotz eindeutiger Fakten beharrte das Rote Kreuz aber auch bei einem jüngst stattgefundenen Verhandlungsgespräch stur auf seinen weit überzogenen Forderungen.

"Wir haben weitreichende Angebote vorgelegt. Es liegt jetzt ausschließlich am Roten Kreuz, den Steirerinnen und Steirern Unannehmlichkeiten und Mehrkosten zu ersparen. Ich appelliere daher eindringlich an die Verantwortlichen, die offensichtlich vorhandenen Finanzlöcher in der Rot-Kreuz-Kasse nicht auf die Bevölkerung abzuwälzen. Für uns ist es schlichtweg unverständlich und völlig verantwortungslos, die Menschen quasi in Geiselhaft zu nehmen und außerdem noch falsch zu informieren", kritisiert Kassenobmann Josef Pesserl.

Zwtl.: Falsch ist:

- die Behauptung des Roten Kreuzes, die STGKK handle verantwortungslos. Richtig ist: Das Rote Kreuz hat den bestehenden Vertrag einseitig gekündigt.

- die Behauptung des Roten Kreuzes, die Krankenversicherung sei für kostendeckende Tarife des Krankentransportwesens zuständig. Richtig ist: Die Krankenversicherung ist laut Gesetz lediglich für einen Kostenersatz in Höhe des günstigsten öffentlichen Verkehrsmittels zuständig und bezahlt jetzt schon mehr als das Dreifache. Für das Rettungs- und Krankentransportwesen sind eindeutig das Land und die Gemeinden zuständig.

- die Behauptung des Roten Kreuzes, der Krankentransport mit einem Sanitäter setze die Gehfähigkeit der Patientin/des Patienten voraus. Richtig ist: Das Gesetz schreibt eindeutig vor, dass für jeden Krankentransport Gehunfähigkeit vorliegen muss.

Resümee von Obmann Pesserl: "Wir können im Sinne der steirischen Bevölkerung nur noch einmal an die Verantwortlichen des Roten Kreuzes appellieren, das Angebot der steirischen Krankenversicherungsträger endlich anzunehmen. Es ist eine Minute vor zwölf - aber diese Minute sollten wir nützen!"

apa.at

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