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APA-Artikel 26. Juni 2013

Rotes Kreuz will mehr Migranten für Pflegeberufe interessieren

Das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) will mehr Menschen mit Migrationshintergrund für Gesundheitsberufe interessieren. "Ohne Migranten würde unser Pflegesystem vor dem Kollaps stehen", sagte ÖRK-Chefärztin Katharina Pils bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. Die Lebenserwartung sei im vergangenen Jahrhundert um 30 Jahre gestiegen und das Potenzial pflegender Angehöriger, die derzeit mit 80 Prozent "der größte Pflegedienstleister" sind, schwäche sich ab. Bis zum Jahr 2025 werde Österreich 22.500 zusätzliche Vollzeitkräfte in der Pflege und Betreuung brauchen, so ÖRK-Generalsekretär Werner Kerschbaum.

Österreichweit haben etwa zehn Prozent der Mitarbeiter des Roten Kreuzes eine Migrationsgeschichte. Insgesamt arbeiten 294.000 Menschen in Gesundheitsberufen, davon haben 53.200 (18 Prozent) einen Migrationshintergrund. Damit Österreich auch in zehn Jahren genügend professionelle Pflegekräfte hat, müsse man sich jetzt Gedanken darum machen, wie die Ausbildung in Zukunft aussieht und wie man den Beruf attraktiv machen kann, betonte Kerschbaum.

Um der wachsenden Zahl an pflegebedürftigen Menschen gerecht zu werden, sollte Migranten die Anerkennung der fachlichen Kompetenzen, die sie häufig mitbringen würden, und ein herzliches Willkommen entgegengebracht werden, sagte Pils. "Migration ist Herausforderung, aber auch ein ungeheurer Kulturschatz." Vor allem die Sprachkompetenz von Menschen mit Migrationshintergrund im Spitalsalltag müsse man nützen.

„Österreich ist ein Zuwanderungsland, wir sollten uns in unserer Willkommenskultur daher auch so verhalten“, sagte Kerschbaum. Die jüngste Ausgabe des Magazins „Henri“ des Roten Kreuzes ist den Mitarbeitern mit Migrationshintergrund gewidmet und unter www.roteskreuz.at abrufbar.

apa.at

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